Sandsteine des Mauerwerks sind teilweise verwittert und das härtere Fugenmaterial steht über, so dass sich Regenwasser darauf festsetzen kann. Bei Frost kann dies zur weiteren Schädigung des Mauerwerks führen. Einige der Steinquader sind durch sogenannte Spannungsspitzen bereits gerissen. Ein Quaderstein in einer Ecke der Durchfahrt sei angegriffen und auch an den Bogensteinen gebe es größere Ausbrüche. So stellte es der beauftragte Bauingenieur Johann Grau das Schadensbild vor einem Jahr dem Gemeinderat dar. In seiner öffentlichen Sitzung an diesem Donnerstag (18 Uhr) in der Turn- und Festhalle wird das Gremium nun über die Sanierung und die beschränkte Ausschreibung der Mauerwerks- und Steinmetzarbeiten beschließen.

Nach einer Berechnung vom 25. Februar 2019 geht der Fachbereich Bauen und Planen der Bönnigheimer Stadtverwaltung von Kosten in Höhe von knapp 200 000 Euro aus. Dabei umfassen die Sanierungsarbeiten das Verpressen inhomogener Mauerwerksbereiche, der Einbau von Nadelankern, die partielle Neuverfugung der offenen Fugenbereiche sowie das Einbauen von Vierungen, Eckquadersteinen,  das Anbringen von Kittungen und Schlämmungen an der Sandsteinoberfläche zur Verbesserung der Wasserableitung.

Zuschüsse beantragt

Wie es in der Sitzungsvorlage heißt, wurde die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für die Sanierung der Mauerwerksschäden vom Landratsamt Ludwigsburg Ende September 2019 erteilt. Die Stadtverwaltung hat für die Sanierung der Mauerwerksschäden beim Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart einen Zuschuss in Höhe von knapp 34 000 Euro und bei der Denkmalstiftung Baden-Württemberg in Höhe von 30 000 Euro beantragt.

Aufgrund der Dringlichkeit der Mauerwerkssanierung wurde am 19. Februar der Antrag zum vorzeitigen Baubeginn gestellt, dem das Landesamt für Denkmalpflege Anfang März zugestimmt hat. Im Haushaltsplan 2020 sind für diese Maßnahme 213 000 Euro eingestellt. Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, am 5. Mai die Mauer- und Steinmetzarbeiten beschränkt auszuschreiben. Am 26. Juni soll dann vom Gemeinderat über die Auftragsvergabe entschieden werden. Ab 20. Juli könnten dann die Sanierungsarbeiten beginnen. In der Woche vom 20. bis 24. Juli und in der Zeit vom 2. bis 22. November müsste die Turmdurchfahrt gesperrt werden. Während der Vollsperrung der Turmdurchfahrt soll der Verkehr, so der Vorschlag der Verwaltung, von der Lauffener-, Meimsheimer- und Cleebronner Straße über die Michaelsbergstraße in die Altstadt unter Aufhebung der Einbahnstraßenregelung geführt werden.

Kaum Veränderungen

Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt, wurde am 26. März die 40. Folgemessung der „Lage-Beobachtung Köllesturm“, das heißt die Überprüfung des Absenkens des Turms, vorgenommen. Die beiden Reflektoren in 18 Meter Höhe hätten sich gegenüber der Messung vom 11. April 2019 „nicht signifikant geändert“. Aufgrund der aktuellen Messergebnisse werde deshalb die Beratung über mögliche Nachgründungsarbeiten zurückgestellt.

Info In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 30. Juni, 18 Uhr, in der Turn-  und Festhalle stehen unter anderem die Einbringung und Beschlussfassung der Haushaltssatzung mit Haushaltsplan und Wirtschaftsplan der Stadtwerke 2020 sowie die Entscheidung über Anträge auf Versetzung der Grabmale von verdienten Persönlichkeiten in das Bönnigheimer Ehrengrabmalfeld auf der Tagesordnung.