Deutschlandtour Herausforderung für die Radfahrer

Um 12 / Von Uwe Deecke 27.08.2018

Um 12.10 Uhr starteten die Fahrer der Neuauflage der Deutschlandtour im südhessischen Lorsch, dann ging es über Weinheim, Neckargemünd und Eppingen in den Landkreis Ludwigsburg. Von Botenheim fuhr das Feld Richtung Bönnigheimer Köllesturm, wo die Tour gegen 14.45 Uhr von den Schaulustigen erwartet wurden.

Der marode Kreisverkehr vor dem Köllesturm wurde den Fahrern noch erspart, doch es wartete die Bismarckstraße, eine der schwersten Herausforderungen in Sachen Straßenbelag. Hier wurde vor zwei Jahren zwar offiziell die Kreisstraße saniert, doch immer noch ähnelt die Straße einer Buckelpiste, sie ist uneben und fällt seitlich ab, ein Abschnitt, der durchaus Wertungspunkte verdient gehabt hätte. Nicht weniger anspruchsvoll war die Kurve in die Poststraße, die für Nervenkitzel sorgte. Hatte man diese Schikanen überwunden, ging es auf ebener Straße weiter nach Erligheim und Löchgau, dann über Besigheim, Hessigheim und Mundelsheim in Richtung Stuttgart, wo das Ziel der Deutschlandtour war.

Die Bismarckstraße dürfte schon eine Herausforderung werden, sagte TSV-Vorsitzender Dittmar Zäh. „Sie wurde nur geflickt und ist noch schlimmer geworden“ bewertete er den Zustand der viel befahrenen Straße am Rathaus vorbei zum Amann-Gelände. Zäh hatte zehn Freiwillige aus dem TSV gewonnen, die sich als Streckenposten zur Verfügung stellten. Dazu kamen noch ein paar Freiwillige, die sich auf einen Aufruf im Mitteilungsblatt gemeldet hatten. Immer an Einmündungen musste gesichert werden, die Polizei riegelte eine Viertelstunde vor dem Eintreffen die größeren Straßen ab.

Freiwillige Streckenposten

Um 14.40 war es dann so weit: Fünf Polizeiwagen fuhren voraus, dann rund 15 hupende Teamwagen und nochmal so viele Motorräder. Kurz danach passierten die zwei Spitzenfahrer Remy Cavagna (Quick Step) und Vasil Kiryienka (Sky) den Köllesturm und bogen in die Bismarckstraße ein, jenseits der hier geforderten Tempo 30. Jubel kam ihnen hier ebenso entgegen wie an der scharfen Rechtskurve in die Poststraße hinein. Hier wartete auch das Team der französischen Produktionsfirma Euromedia, die ab Bönnigheim die Fernsehsender mit Livebildern versorgte. „Ein französischer Sender überträgt live, die Bilder gehen aber auch an die ARD, nach Spanien oder Italien“, erklärte Fréderic Haenehl von Euromedia. Die drei Kameramänner auf den Motorrädern seien erprobt bei der Tour de France. „Seltsam, dass es in Frankreich live kommt, bei uns aber nicht“, sagte Heiko Schwarz, der an der Kurve stand. Der Lauffener fährt selbst Rennrad und wollte sich das Spektakel aus der Nähe ansehen.

Nach fünf Minuten erst kam das Hauptfeld, gefolgt von vielen Mannschaftswagen und Motorrädern. Ein Skoda bekommt mit quietschenden Reifen gerade noch die Kurve, die hier eine Vertiefung hat. Dann der letzte Nachzügler auf dem Rad, der aber viel Beifall von den Zuschauen bekommt. Punkt 15 Uhr war das Spektakel zu Ende.

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