Bürgermeister-Gespräch Bildung und Betreuung im Mittelpunkt

Löchgaus Bürgermeiste Robert Feil vor der Schule: Der „Campus“, wie sie das Projekt in der Gemeinde nennen, soll 2018 weiter vorankommen.
Löchgaus Bürgermeiste Robert Feil vor der Schule: Der „Campus“, wie sie das Projekt in der Gemeinde nennen, soll 2018 weiter vorankommen. © Foto: Helmut Pangerl
Uwe Deecke 02.01.2018

Löchgau hat einen gesunden Haushalt und ausreichend Mittel für die anstehenden Projekte. Im neuen Jahr stehen vor allem der Schulumbau und die Ortskernsanierung im Mittelpunkt.

Gesamtbilanz für das Jahr 2017: Ein erfolgreiches Jahr sei es gewesen, sagt Bürgermeister Robert Feil. „Wir sind in allen Projekten gut vorangekommen und ganz gut unterwegs, auch wenn wir an manchen Stellen  gern schon etwas weiter wären“. Gebunden war die Verwaltung durch die Umstellung aufs neue kommunale Haushaltsrecht, die nun abgeschlossen wurde. Erfreulich sei, dass die Kommune auch nach der Umstellung strukturell sehr gut dastehe, als „Lohn für das umsichtige Handeln der vergangenen Jahre“.

Die wichtigsten Investitionen 2017: „Wichtigste Investition war sicherlich der Sportplatz“, so der Rathauschef. Bei Projektkosten von 1,3 Millionen Euro hatte die Gemeinde einen Anteil von 750 000 Euro für den Kunstrasenplatz und den Ausbau eines weiteren Rasenfeldes.

Von der Bedeutung her wichtig war der Bereich Bildung und Betreuung. Im Februar gab es nach dem umfangreichen Verfahren im Vorfeld im Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für den „Campus“, der Kindergärten und Grundschule mit Ganztagsbetreuung auf dem Schulgelände vereint.

Im vergangenen Jahr wurde weitergearbeitet, die Eltern wurden befragt, Sanierungspläne fürs Hauptgebäude angegangen und weitere Grundlagen erarbeitet. „Ich hoffe, dass wir im ersten Quartal in die Erörterung mit der Bürgerschaft und den Eltern gehen können“, blickt Feil voraus. Die Ortskernsanierung war ebenso ein wichtiges Thema, das die Kommune ständig begleitet.

Die Haushaltslage Ende 2017: „Die gute konjunkturelle Lage macht sich natürlich auch bei uns bemerkbar“, so Robert Feil. Im Finanzzwischenbericht wurde bereits klar, dass sich das Ergebnis um 600 000 Euro verbessert hat, wodurch man das ordentliche Ergebnis auf 1,2 Millionen Euro erhöhen konnte. Das sei eine gute Ausgangsposition, um die vorgenommenen Projekte durchzuführen und solide zu finanzieren. „Man kann schon erkennen, dass wir bei dem finanziellen Polster etwas Spielraum haben und nicht am seidenen Faden hängen“, so Feil.

Aussichten auf die Entwicklung 2018: Im nächsten Jahr werde einiges an Zielen umgesetzt werden können, meint Feil. Die mit über zwei Millionen Euro veranschlagten Kirchplatzgebäude und die Pflegeheimerweiterung seien große Projekte.

Wichtig sei auch, beim „Campus“ voranzukommen. Gute Ideen und Lösungsansätze verspricht sich Feil bei der Nonnengasse durch den anstehenden Wettbewerb. Das Bauprojekt am bisherigen Parkplatz in den Nonnengasse, wo Gebäude und eine Tiefgerage geplant sind, soll 2018 angegangen werden.

Auch das Baugebiet Lüssen, das in der Planung ist, werde 2018 wichtig. Und man müsse sich auch Gedanken machen, wo und wie sich die Gemeinde Löchgau noch weiter entwickeln könne, weil es die letzten Flächen seien, die zur Verfügung stünden.

Die wichtigsten Projekte 2018: Das wichtigste Projekt und ein Zukunftsthema sei der „Campus“, „weil wir da die Grundlagen legen können bei Bildung und Betreuung“. Finanziell wichtig werde aber eher die laufende Ortskernsanierung mit den beiden gemeindeeigenen Gebäuden am Kirchplatz, blickt der Rathauschef aufs kommende Jahr.

Persönliche Erwartungen an kommende Jahr: Das nächstes Jahr werde sehr anspruchsvoll, sagt Feil. „Dadurch dass wir umfangreiche Maßnahmen umsetzen, gleichzeitig Maßnahmen weiterentwickeln und in der Planung voran kommen wollen, werden wir entsprechend gefordert werden“. Nur dadurch, dass alles Beteiligten an einem Strang zögen, könne man richtig gute Lösungen erreichen.

Die Herausforderung: Das Thema Flüchtlinge wird Löchgau auch weiterhin beschäftigen. Derzeit sind 120 Asylbewerber in Löchgau, davon fast die Hälfte Kinder. „Wir haben überwiegend Familien, die wir auch dezentral unterbringen konnten und die Integration klappt bislang auch wirklich sehr gut“, sagt Feil, „auch dank dem Arbeitskreis Soziales und Asyl“. Damit steht Löchgau so gut da, dass man im nächsten Jahr keine neuen Zuweisungen mehr bekommt.