Löchgau/Güglingen Bewegung in Skulpturen sichtbar

Der Löchgauer Künstler Karl-Henning Seemann zeigt bis zum 14. Juni im Güglinger Rathaus einen Überblick seiner Arbeiten.
Der Löchgauer Künstler Karl-Henning Seemann zeigt bis zum 14. Juni im Güglinger Rathaus einen Überblick seiner Arbeiten. © Foto: Martin Kalb
Löchgau/Güglingen / RUDOLF WESNER 31.03.2015
Im Foyer des Rathauses Güglingen wurde am Sonntag eine Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen des in Löchgau lebenden und arbeitenden Bildhauers Karl-Hennig Seemann eröffnet.

In der weiträumigen Halle sowie auf der den Raum umgebenden Empore des Verwaltungsgebäudes in der Zabergäugemeinde Güglingen werden insgesamt 51 Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensperioden und verschiedenen Werkgruppen des renommierten Künstlers gezeigt. Auf Einladung des rührigen Kunstvereins "Kunst für Güglingen" kam diese recht kompakte Ausstellung zustande.

Bei den bildhauerischen Werken aus den zurückliegenden Jahren steht beispielsweise das Thema "Kuh, Stil und Mensch" im Zentrum. Eine im Jahr 1956 geschaffene abstrakt gestaltete Kuh vermittelt dem Besucher einen Einblick in eine Entwicklungsphase von Karl-Hennig Seemann, in der er sich zeitweise von der figurnahen Darstellung wegbewegte, um vermehrt auch Werke im abstrakten Stil zu schöpfen.

Doch im Mittelpunkt des Raums begegnet man der bekannten Arbeit "Stiersprung", die einen sich schwungvoll über dem Haupt des Tieres drehenden Tänzer zeigt. Auch der Tierkörper befindet sich in heftiger, kraftvoller körperlicher Aktion, und so ergibt sich ein vital spannungsreicher Anblick von in der Skulptur sichtbar gemachten Bewegungsabläufen, einer für Karl-Hennig Seemanns Werke typischen, unvergleichlich kunstvollen Darstellung von Bewegung in einem von Natur aus statisch angelegten Werk.

Das trifft auch ganz besonders signifikant für die berühmten Werkgruppen aus den 60er- und 70er-Jahren "Aufsteigender oder stürzender Pegasus" zu, die gleichfalls Teil der Güglinger Ausstellung sind.

In etlichen Exponaten hat der Künstler das Thema menschliche Figur behandelt. Auf der Empore des Raumes postierte er mehrere halblebensgroße Darstellungen des gleichfalls in Bewegung befindlichen menschlichen Körpers, mal als einzelne Gestalt, mal auch in Gruppen. Ergänzt wird die Ausstellung mit mehreren Bleistift-Entwurfszeichnungen, die Karl Hennig Seemann stets als ungefähre Vorlagen für später entstehende Werke dienten. In ihrer eilig und spontan ausgeführt wirkender Liniatur sind diese Arbeiten geeignet, dem Betrachter etwas von der Heftigkeit und Emotionalität erkennbar zu machen, mit der der Bildhauer seine häufig auch weit in den Raum ragenden Großplastiken, etwa in Form von Brunnen im öffentlichen Raum, schuf. Auch eine Reihe von Bewegungsskizzen, die ebenfalls von spannungsvollem Ausdruck geprägt sind, können im Rathaus Güglingen bewundert werden.

Info
Die Ausstellung von Karl-Henning Seemann ist noch bis zum14. Juni im Güglinger Rathaus zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, mittwochs und donnerstags von 14 bis 16 Uhr, dienstags bis 18 Uhr.

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