Löchgau Bestandsschutz für das Freibad

Im Freibad geht es schon einmal laut zu, wie hier beim Sommerferienprogramm 2017. Da würde es zu Konflikten kommen, wenn die Wohnbebauung zu nahe rückt, fürchtet der Löchgauer Gemeinderat.
Im Freibad geht es schon einmal laut zu, wie hier beim Sommerferienprogramm 2017. Da würde es zu Konflikten kommen, wenn die Wohnbebauung zu nahe rückt, fürchtet der Löchgauer Gemeinderat. © Foto: Helmut Pangerl
Uwe Deecke 07.07.2018

Es ist das älteste Freibad im Landkreis, das am Ortsrand von Löchgau an der Freudentaler Straße liegt. Einen Bebauungsplan gibt es dort nicht für das Gebiet am angrenzenden Badweg, das den Charakter eines Mischgebiets mit Gewerbeeinheiten und Wohnbebauung hat. Und das soll auch so bleiben, soll das Freibad dauerhaft erhalten bleiben. Der Gemeinderat lehnte deshalb jetzt ein Gesuch für den Bau eines Zehn-Familienhauses ab.

 Die große Sorge der Verwaltung: Würde das letzte Gewerbegebäude nahe dem Freibad  einer Wohnbebauung weichen, dann bekäme das ganze Gebiet den Charakter eines Wohngebietes. Mit allen Auswirkungen. Denn dann würden andere Lärmgrenzwerte gelten, Werte, die nicht mit dem Betrieb eines Freibads zu vereinbaren wären.

Strikter Lärmschutz

Die Entscheidung, das gemeindliche Einvernehmen für den beantragten Neubau abzulehnen, fiel bei einer Enthaltung einstimmig. Das Wohnhaus sollte anstelle der Halle entstehen, die dort als letztes Gewerbegebäude noch steht. Weil die planungsrechtliche Beurteilung sich an der Umgebungsbebauung ausrichten musste, wurden die deutliche Abweichungen schnell offensichtlich. Mit rund 20 auf 25 Meter überschreite die Größenordnung des Gebäudes die der Umgebungsbebauung deutlich.

Es sei „ein sehr großes Gebäude“, das hier ohne Bebauungsplan errichtet werden sollte, sagt Fachbereichsleiter Jens Millow auf Anfrage der BZ. „Wenn wir das Gewerbegebäude verlieren, geht auch der Charakter des Mischgebiets verloren“, gab er die Argumente wider, und das Gebiet werde de facto Wohngebiet. Mit der Konsequenz, dass Bürger gegen die Lärmemissionen des Freibads klagen können.

Um den Bestand des Freibads zu sichern, macht die Verwaltung nun Nägel mit Köpfen. Sie leitet nach dem Beschluss des Gemeinderats ein Bebauungsplanverfahren ein, ebenfalls mit dem Ziel, den Mischgebietscharakter zu erhalten. Gleichzeitig verhängte der Gemeinderat eine Veränderungssperre für das Gebiet am Badweg, um einer möglichen baurechtlichen Genehmigung des Landratsamtes zuvor zu kommen. „Wir müssen hier den Charakter erhalten, damit vorher nicht Tatsachen geschaffen werden“, erklärte der Hauptamtsleiter. Man wolle das Risiko auf null reduzieren. De facto bedeutet dies, dass auch eine kleine Wohnbebauung an dieser Stelle kaum Chancen auf ein Einvernehmen gehabt hätte.

Lärmschutz strikt geregelt

Denn heute, so Millow, könnte man ein Freibad in der Nähe eines Wohngebietes gar nicht erst bauen, da es zu strikte Regelungen hinsichtlich des Lärmschutzes gebe. Dieser Argumentation konnte auch Robert Fiesel von den SPD-Fraktion folgen. „Wir dürfen auf keinen Fall unser Freibad gefährden“, konstatierte der Rat. Das Gremium stimmte anschließend einstimmig gegen das Baugesuch sowie für den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Badweg“ und die Satzung der Veränderungssperre für das Gebiet.

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