Der Gemeinderat hatte lange über die Sanierungsvarianten der Bönnigheimer Industriestraße debattiert, die das Brackeneimer Ingenieurbüro Ippich im Juni vorgestellt hatte. Möglichkeiten, einen Streifen von Privatbesitzern zu erwerben, fanden sich bislang nicht, sodass die Straße nicht ausgeweitet werden kann.

Zunächst kein Gehweg

Der Gemeinderat einigte sich daher auf die Sanierung eines rund 100 Meter langen Stücks an der Kirchheimer Straße sowie die Erneuerung der Kanal-, Wasser- und Gasleitungen und eine neue Straßenbeleuchtung. Ein Gehweg an der gefährlichen Kurve wurde als zweite, teurere Variante nicht umgesetzt und soll eventuell dann kommen, wenn auch der neuere Belag weiter oben saniert werden muss.

Rund 100 000 Euro mehr

Die Kostenschätzung belief sich im Sommer auf rund 351 000 Euro brutto, doch diese wird nun deutlich übertroffen. Die Ausschreibung brachte sieben Angebote, die vom mit der Planung beauftragten Büro Ippich fachtechnisch und rechnerisch geprüft wurden. Als wirtschaftlichster Bieter wurde dabei die Firma Eurovia aus Stuttgart ermittelt, die die Arbeiten zu einem Angebotspreis von 456 668 Euro ausführen will.

Die hohen Mehrkosten kamen im Gremium nicht gut an. „Ein Oberhammer, dass die Firma das macht ohne die Baustelleneinrichtung, was die Mehrkosten verursacht“, kritisierte Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) das Planungsbüro. Diese waren in diesem Ausmaß nicht in der Kostenberechnung und liegen nun bei rund 73 000 Euro, weit über dem sonst üblichen Prozentsatz an der Gesamtsumme. Im Gesamtbetrag sind auch rund 30 000 Euro enthalten für die Hausanschlüsse, die vom Anschlussnehmer anteilig zu bezahlen sind. Auch nicht geplante Stundenlohnarbeiten in Höhe von rund 9000 Euro verteuern das Angebot. An Nebenkosten und Honoraren fallen dabei rund 15 Prozent an. „Man reagiert auf den Markt“, versuchte Volker Martin die Mehrkosten zu erklären, die sich für den Straßenabschnitt nun ergeben. Etwa in der Mitte des Abschnitts soll das Abwasser in einer Leitung zur Kirchheimer Straße geleitet werden, was ebenfalls Fragen aufwarf. Ob die Tiefe der Hausanschlüsse auch geprüft worden sei, wollten Räte der UWG-Fraktion wissen, die Zweifel hatten, dass dort die richtige Stelle ist.

Das Gremium beschloss schließlich bei einer Enthaltung die Vergabe. Nach den Vorgaben der Ausschreibung müssen die Maßnahmen bis 30. August 2020 ausgeführt werden.