So nah kommt man normalerweise räumlich nicht an die großen Stars der Musicalszene heran wie am vergangenen Montag im „Blauen Salon“ des Schlosses Freudental. Nur 140 Personen vermag der größte Raum des „Grävenitzschen Schlosses“ aufzunehmen, und dementsprechend schnell war die vom Inhaber des Freudentaler Reisebüros, Bernd Autenrieth, initiierte Benefizveranstaltung ausverkauft.

Autenrieth, der selbst ein bekennender Musicalfan ist und die aktuellen Produktionen im In- und Ausland kennt, hat es tatsächlich geschafft, ganz Große der Szene nach Freudental zu holen. Es waren Mercedesc „Mercy“ Csampa (bekannt als Esmeralda im „Glöckner von Notre Dame“ oder als Sarah im „Tanz der Vampire“, zur Zeit in Hamburg), Felix Martin (bekannt als Frollo im „Glöckner von Notre Dame“ oder als Krolock im „Tanz der Vampire“ und zahlreichen anderen Rollen, zur Zeit in Stuttgart), Maximilian Mann (zur Zeit in der Rolle des Dschinni in „Aladdin“ in Wien), der Pianist, Produzent und Bandleader Sebastian Neugebauer (Stuttgart) sowie – als Überraschungsgast – Fabiana Denicolo (Prinzessin in „Aladdin“ und im wahren Leben Partnerin von „Dschinni“ Maximilian Mann), die vor begeisterten Musicalfans ein wahres Feuerwerk an Melodien und Emotionen steigen ließen.

Vollprofis begeistern

Vom Druck der ganz großen Bühne befreit, ließen die Weltstars, allesamt Vollprofis, völlig entkrampft ihrem immensen Können freien Lauf, und das sichtbar musicalbegeisterte und erfahrene Publikum verfiel an diesem Abend geradezu in Ekstase. Schon beim ersten Song „Wer versteht, was Liebe ist“ sprang der sprichwörtliche Funke über und danach gab es kein Halten mehr. Balladeske, emotional anrührende und virtuose Soli, Duette und Terzette aus „Aida“ („A step too far“), „Ghost“ („All my love“), „Grease“ („You’re the one that I want, Sandy“), „Aladdin“ („A whole new world“), „ekyll & Hyde“ („Dies ist die Stunde“) und drei bekannte Nummern aus dem „Phantom der Oper“ („Think of me“, „Musik der Nacht“ und das Phantom-Duett) beschlossen den ersten Teil der Gala.

Besonderes Ambiente

Nach einer ausgedehnten Pause folgte der zweite Teil dieser vom Publikum begeistert aufgenommenen Veranstaltung in dem besonderen Ambiente des Schlosses. Auf höchstem sängerischen Niveau, virtuos vom Pianisten Neugebauer begleitet, folgten Highlights aus dem „Glöckner von Notre Dame“ („Feuer“, „Gott hilft“, „Einmal“), der „Eiskönigin“ („Let it go“), „Cats“ („Erinnerung“), „Aida“ („Written“), „Once“ („The Hill“) und Titeln aus dem in Stuttgart erfolgreichsten Musical „Tanz der Vampire“ („Unstillbare Gier“, „Totale Finsternis“).

Unvergesslicher Abend

Das Publikum belohnte die Glanzleistungen der Musiker mit enthusiastischem Applaus und Begeisterungsrufen – völlig zu Recht. Die teilweise extrem anspruchsvollen Titel stehen etwa den Ansprüchen im Opernfach in keiner Weise nach. Für Musicaldarsteller ist es darüber hinaus völlig normal, dass sie neben sängerischen Höchstleistungen auch noch sich bewegen, tanzen oder schauspielern müssen. Durch die räumliche Enge war Letzteres nur zum Teil möglich, aber die fünf Stars taten wirklich alles dafür, in einer einzigartigen Harmonie aus Stimmen und Stimmungen den Zuhörern einen unvergesslichen musikalischen Abend zu bereiten.

Spenden in Höhe von 1400 Euro


Bernd Autenrieth, der Veranstalter der Freudentaler Musicalgala, konnte mit dem Abend mehr als zufrieden sein. Der Überschuss aus der Musical-Gala fließt als Spende der BZ-Aktion Menschen in Not und den örtlichen „Helfern vor Ort“ (auch First Responder genannt) zu.. Pro Karte, erklärte Autenrieth am Schluss der dreistündigen Veranstaltung, gingen fünf Euro pro Karte an „Menschen in Not“. Durch eigene Mittel aufgestockt sind das am Ende 1000 Euro. Die First Responder sollen 400 Euro aus dem Überschuss erhalten.

Der rührige Reisebürobesitzer Bernd Autenrieth hat sich nicht zum ersten Mal in den Dienst einer guten Sache gestellt. Autenrieths Reisebüro, das es seit nunmehr 25 Jahren gibt, bietet nicht zuletzt Musicalreisen an, bei denen die Kunden je nach Wunsch über das Reisebüro Tickets, Hotelübernachtungen und die An- und Heimreise buchen können. bast