Reitverein Bekommt der Reitverein eine neue Heimat?

 Am „Hofener Wäldle – zwischen dem Bönnigheimer Teilort und Erligheim – hat die Stadt ein neues Gelände für eine mögliche Reitanlage des Reit- und Fahrvereins ausgewiesen.
Am „Hofener Wäldle – zwischen dem Bönnigheimer Teilort und Erligheim – hat die Stadt ein neues Gelände für eine mögliche Reitanlage des Reit- und Fahrvereins ausgewiesen. © Foto: Uwe Deecke
Bönnigheim / von Uwe Deecke 12.01.2018

Vordergründig geht es bei der außerordentlichen Hauptversammlung des Bönnigheimer Reit- und Fahrvereins um die mögliche neue Anlage bei Hofen, dabei steht auch die Zukunft des Vereins auf dem Spiel.

Ende Juni 2019 werde das alte Gelände offiziell den Eigentümer wechseln, sagte Vereinsvorsitzender und Kirchengemeinderat Dr. Reiner Sartorius auf Anfrage der BZ. Dort wollen sich die benachbarten Hohenstein Institute erweitern, sodass die Stadt den Pachtvertrag über das Gelände des Reit- und Fahrvereins nicht verlängerte (die BZ berichtete). Auf der Suche nach einer Ersatzlösung wurden Stadt und Verein am „Wäldle“ bei Hofen fündig, wo eine neue Anlage für den 180 Mitglieder starken Verein entstehen könnte.

Hohe Investitionen

Hohe Kosten kommen dabei auf den Verein zu, der für seine Mitglieder weiter attraktiv bleiben möchte. Eine Reithalle, ein Außenplatz, eine Bergehalle und zunächst 20 Boxen für Pferde bildeten die Basis für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die man erstellen ließ, so Sartorius. Es sei eine „komplette Anlage“, wie man sie als Verein brauche.

Erstellt hat die Berechnung eine Steuerberatungsgesellschaft aus Kirchheim/Teck, die auch errechnet hat, wie hoch die Mitgliedsbeiträge sein müssten, um das Ganze zu finanzieren. Gerechnet wurde auch eine Variante ohne Ställe für externe Pferdebesitzer, die nicht dem Verein angehören. Momentan liegt der Reit- und Fahrverein bei seinen Beiträgen noch sehr günstig im Vergleich zu umliegenden Vereinen.

Es soll am Abend im Erligheimer „Grünen Baum“ grundsätzlich darüber abgestimmt werden, ob das neue Gelände angenommen wird und man dort eine Anlage in Angriff nimmt, sagt Sartorius. „Es gab aber auch schon den Antrag nicht abzustimmen, um den Mitgliedern mehr Zeit zum Überlegen zu geben“, so der Vorstand und fügt hinzu: „Wenn die Mitglieder sagen, das ist uns alles zu teuer, hat sich alles erledigt“.

Pläne von Hans-Martin Jäger

Vorgestellt wird am Abend auch der Plan, den Architekt Hans-Martin Jäger entworfen hat und anpassen musste. Die wenigen Bäume am „Wäldle“ werden vom Landratsamt als Forst eingestuft, an den man nicht zu nahe heran bauen dürfe, erklärt Sartorius. Daher musste die ganze Anlage gedreht werden, um den Wünschen der Naturschutzbehörde zu entsprechen.

„Die Stadt hat vor, die Flächen aufzukaufen und an den Verein abzugeben, etwa über einen Pachtvertrag“, erläutert Kämmerer Achim Heberle auf Anfrage. Man sei seit längerem dabei sich mit den Eigentümern zu einigen, die dort landwirtschaftliche Flächen besitzen. Mit manchen gebe es bereits Einigkeit, mit anderen noch nicht. So würden auch Tauschflächen gefordert, um zu einem Einverständnis zu gelangen.

Stadt ging in Vorleistung

Vieles hänge aber auch am Votum bei der außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag. Man sei seitens der Stadt im Vorgriff davon ausgegangen, dass der Vorschlag angenommen werde und habe bereits einige Vorarbeit geleistet, um keine Zeit zu verlieren, sagt Heberle.

Eine Bürgschaft der Stadt, die den Verein unterstützen will, müsse von der Rechtsaufsichtbehörde genehmigt werden und sei vor dem Votum „noch nicht konkret“ und müsse anschließend noch abgestimmt werden, so der Bönnigheimer Kämmerer. Naturschutzrechtlich gebe es bereits positive Signale aus dem Landrats­amt, eine solche Bebauung dort zuzulassen.

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