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Bahnhofstraße
Kirchheim / Uwe Deecke

Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit ist das sanierte Bahnhofsgebäude in Kirchheim wieder schön anzusehen. Es gibt hier die Pedelec-Station für E-Bikes an der Südseite des Gebäudes, noch nicht fertig ist der barrierefreie Fußgängertunnel unter den Gleisen, den die Bahn im Zug der Platzumgestaltung mit neuen Rampen ausstatten will. Neu gebaut wurde auch die moderne Lärmschutzwand, deren letztes Teilstück aber immer noch auf die Fertigstellung wartet.

Busbahnhof mit einer
Wendemöglichkeit

Am bisherigen Endbahnhof des VVS kommen viele Pendler an, um in den Zug zur Arbeit einzusteigen. Richtig günstig wurde es für sie mit der neuen Tarifreform, die aber für Kirchheim noch mehr Verkehr am Bahnhof bedeuten könnte. Die Hoffnung, dass sich auch Lauffen am Neckar dem VVS anschließt, hat sich noch nicht erfüllt und würde den Bahnhof entlasten. So fahren hierher täglich viele Pendler mit Autos, die das Viertel zuparken, viele aber auch mit Bussen, von denen einige in die Bahnhofstraße einfahren und dann zum Ärger der Anlieger über die Friedensstraße und Wilhelmstraße den Ort wieder verlassen. Das soll sich nun ändern mit einem Busbahnhof mit Wendemöglichkeit, für den es nun erste konkrete Überlegungen gibt.

Gespräche über das
Cronimet-Gelände

Wichtig, so Bürgermeister Uwe Seibold, sei ein Stück des Betriebsgeländes der Firma Cronimet, das für die Umsetzung eines Busbahnhofs gebraucht werde. Hier greift eine Veränderungssperre, aber auch das erweiterte Sanierungsgebiet „Ortskern III“, in dem dann Zuschüsse für die Umgestaltung fließen können. „Wir sind mit Cronimet in guten Gesprächen, haben aber auch die Planungshoheit“, erklärte Seibold auf Anfrage der BZ. 1500 Quadratmeter möchte die Gemeinde für die Neugestaltung erwerben, die hier vieles verändern wird. Im Rahmen einer städtebaulichen Neukonzeption des Büros Zoll Architekten, das seine Überlegungen in der Sitzung darstellen wird, soll auf dem ganzen Gelände viel passieren. Neben der Wendeplattform mit mehreren Wartehäuschen soll auch ein kleines Fahrradparkhaus im Süden entstehen. Auch der Bahnhofsvorplatz soll neu gestaltet werden. Um den Schleichverkehr durch den Ort so unattraktiv wie möglich zu machen, könne man die Bahnhofstraße mit Kurven ausstatten und Vorfahrtsregeln ändern, so Seibold. Gekauft hat die Gemeinde das große Gebäude in der Friedenstraße 2, das als Wohn- und Geschäftshaus dienen könnte. Gleich daneben steht das alte Postgebäude, das im Besitz der Gemeinde ist und für den Bürgermeister zur Ortsgeschichte gehört. Es werde in jedem Fall in den Platz integriert.

Ziel: Mehr Aufenthaltsqualität schaffen

Ziele der Maßnahme sind es, mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen und den Verkehr zu beruhigen. Nachdem im ersten Schritt das Bahnhofsgebäude bereits mit Mitteln für das Sanierungsgebiet wieder hergerichtet wurde, soll es nun an den Platz und die Verkehrsflächen gehen. „Das alles wird das Gebiet gewaltig aufwerten“, ist Seibold überzeugt.