Kirchheim Bahnhof in Kirchheim ist fast fertig

Das Bahnhofsgebäude ist fertig renoviert und sei laut Bürgermeister Uwe Seibold „wirklich ein Schmuckstück“ geworden. Doch am Bahnhofsplatz gibt es noch einiges zu tun.
Das Bahnhofsgebäude ist fertig renoviert und sei laut Bürgermeister Uwe Seibold „wirklich ein Schmuckstück“ geworden. Doch am Bahnhofsplatz gibt es noch einiges zu tun. © Foto: Martin Kalb
Von Uwe Deecke 06.06.2018

Der Kirchheimer Bahnhof ist kaum wieder zu erkennen. Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit wurde die Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 1848 abgeschlossen.

„Kein Schmuckstück“ war er davor und Bürgermeister Uwe Seibold befürchtete wegen der Randlage gar einen sozialen Brennpunkt. Die Kommune kaufte das Gebäude von der Bahn und im März 2015 folgte der Planungsauftrag für die Sanierung und den Umbau des Gebäudes.

Das Kirchheimer Ingenieurbüro Bolkart stellte die Schäden fest, die sich im Lauf der Jahre im Erdgeschoss mit Wartehalle und den darüber liegenden Wohnungen ergeben hatten. Ziel war es, ein repräsentatives Gebäude zu schaffen, das der Bedeutung des Grenzbahnhofs gerecht wird. Früher fuhr hier die Postkutsche in Richtung Bönnigheim ab, und es gab eine Fähre über den Fluss nach Neckarwestheim. Gegenüber stand das alte Kirchheimer Kino, die hier angesiedelte Firma Cronimet nutzte die Nebengleise lange Jahre für Metallrecycling. Heute steigen viele Pendler in den Zug nach Stuttgart. Auch für Radfahrer ist der Bahnhof interessant: Die neue Pedelec-Station für E-Bikes an der Südseite des Gebäudes wurde im Jahr 2016 eingeweiht und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Rund eine halbe Million Euro hat die Sanierung nun gekostet, feuchtes Mauerwerk verteuerte die ursprüngliche Kostenschätzung. Doch auch der gesamte Bahnhofsvorplatz soll nach dem Willen des Gemeinderates neu geordnet werden. Weil die Busse derzeit zum Wenden eine Schleife durch den Ort fahren, soll ein Busbahnhof den daraus resultierenden Schleichverkehr entlasten. Der  Fußgängertunnel soll barrierefrei werden und man sei in Gesprächen mit der Bahn AG als Eigentümer.

„Es geht um eine komplette Neugestaltung“, sagt Bürgemeister Uwe Seibold auf Anfrage der BZ. Ziel sei ein Wendekreis für Busse, die dann von der Landestraße über die Bahnhofstraße kommen und dorthin wieder zurückfahren. Ein öffentlicher Vorplatz mit Fahrradstellplätzen und Barrierefreiheit gehört ebenso mit zum Konzept wie die beiden gemeindeeigenen Gebäude gegenüber vom Bahnhof, für die ein Investor eine passenden Nutzung finden soll.

„Es gab Feuchtigkeit in der Wand und auch in den Fundamenten“, erklärt Seibold die gestiegenen Kosten. Holzbalken in Wänden seien nicht mehr existent gewesen und mussten erneuert werden. Rund 60 Prozent der Kosten seien aus Fördermitteln gedeckt. Nun sei es ein „wirkliches Schmuckstück geworden“. Die beiden Wohnungen sollen für Obdachlose oder Flüchtlingsfamilien genutzt werden, so der Rathauschef. Handlungsbedarf sieht er noch bei der nicht barrierefreien und verschmutzten Unterführung, die von der Bahn seit Jahren vernachlässigt werde. Eine kleine Feier zum fertigen Umbau soll es auch geben, doch diese sei erst für den Herbst geplant.