Der tödliche Unfall am Lidl-Markt im letzten Jahr sorgte nicht nur für die Gründung einer Bürgerinitiative, sondern auch für die Planung einer neuen Ampelanlage. Noch im Jahr 2018 sollte dort eine zusätzliche Verkehrsampel kommen, um den Fußgängern ein gefahrloses Überqueren der B 27 zu ermöglichen. Erst ein Jahr später ist es nun so weit. „Laut Mitteilung des Landratsamts soll am 3. September begonnen werden“, erklärt Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold auf Anfrage der BZ. Die Bauzeit betrage etwa drei Wochen, etwa 60 000 bis 70 000 Euro kämen dabei an Kosten auf die Gemeinde zu. Darin enthalten seien auch die Straßenbeleuchtung und die Erweiterung des Gehwegs an dieser Stelle.

Über 20 000 Fahrzeuge am Tag

Ursache für die Verzögerung war die Koordination mit der Max-Eyth-Straße, der am meisten befahrenen Straße Kirchheim in Richtung Autobahn mit über 20 000 Fahrzeugen am Tag. Aber auch die hohe Auslastung der Ingenieurbüros für solche Maßnahmen, die nicht so dicht gesät seien, so Seibold. Am Ende der Planung steht die Ampel nun an einer Stelle, für die wieder eine Straße überquert werden muss, wenn auch bei weniger Verkehr. Die Fußgänger müssen nun über die Bertha-Benz-Straße zur B 27, wo an der Ecke die neue Ampel errichtet wird. Dies sei eine Folge des Bebauungsplans, der dort eine Ampel vorsehe, die aber nie realisiert wurde. Auch ein Kreisverkehr war hier einmal angedacht, wurde aber nicht in den Bebauungsplan aufgenommen. Dafür aber jene Fußgängerampel an einer Stelle, die nicht auf dem Supermarkt-Grundstück liegt und nie gebaut wurde. Auch eine Verlängerung des existierenden westlichen Gehwegs an der B 27 bis zum Supermarkt-Parkplatz scheitert wohl aus Gründen der Bürokratie und der schwierigen Besitzverhältnisse. Hier ist der Bund zuständig, dem der Randstreifen der Bundesstraße gehört, Baulastträger ist aber der Kreis Ludwigsburg.

„Wir haben es Anfang letzter Woche erfahren“, so Seibold zu dem im Frühjahr 2018 versprochenen Ampelanlage. Nach dem Bebauungsplan wurde auch der beleuchtete Fußweg hinter dem Lidl zur Hofener Straße realisiert, wo die nächste Ampel für Fußgänger existiert. Doch nach wie vor nutzen Fußgänger den direkten Weg vom Supermarkt über die viel befahrene Bundesstraße, bei allen Gefahren, die sich daraus ergeben.

Bei Rot über die Ampel

Dass sich die Verkehrsströme von der B 27 auf die Straßen nach Osten und Westen verlagert haben, stellte der Kirchheimer Verkehrsplaner Stefan Wammetsberger bereits mehrfach im Gemeinderat fest. Das spürt man nicht nur auf der Abbiegespur zur Max-Eyth-Straße, sondern auch an der zur Hohensteiner Straße nach Bönnigheim. Ins Stocken geraten ist die seit langem geforderte Vollampelanlage dort am Schillerplatz, wo viele Schüler die Bundesstraße auf dem Weg zur Schule überqueren. Nur in drei Richtungen existiert hier eine Ampel, wer aus dem Ortskern kommt, muss auf eine Lücke im fließenden Verkehr hoffen. Das Landratsamt habe noch eine Verkehrszählung veranlasst und es habe noch einige Besprechungen der Verwaltung gegeben, sagt Bürgermeister Seibold zum Stand der Planung. Diese sei deshalb schwierig, weil es hier sehr eng zugehe. Die Abbiegespur in Richtung Bönnigheim ist zu kurz, zudem erschweren die Abbieger in den Bachmühlweg den fließenden Verkehr. Oft wird an dieser Stelle auch noch bei Rot durchgefahren, was immer wieder zu gefährlichen Situationen führt. „Wenn da 20 Fahrzeuge abbiegen wollen staut es sich zu“, so Seibold zur B 27 in der Ortsmitte. Das Problem seien die Grünphasen, die sich mit vier Ampeln aus jeder Richtung verkürzen würden, was hier für noch mehr Stau sorgen könnte. Dort dürfte die Vollampelanlage daher noch etwas auf sich warten lassen.