Cleebronn / Jürgen Kunz

Tausende von Blumen sind gepflanzt, die Fahrgeschäfte sind gewartet und überprüft und der Wartebereich im 2017 eröffneten Höhenflug – eine Reminiszenz an den legendären Flugpionier Albrecht Ludwig Berblinger, den Schneider von Ulm – wurde mit viel Freude zum Detail gestaltet: Der Erlebnispark Tripsdrill ist bereit an diesem Samstag, 6. April, um 9 Uhr seine Tore zu öffnen. Für die Geburtstagssaison zum 90-jährigen Bestehen des Erlebnisparks.

Natürlich sind die Attraktionen in den vergangenen 90 Jahren auch rasanter und spektakulärer geworden, doch die Betreiber-Familie Fischer ist ihren Wurzeln treu geblieben: „Unser Alleinstellungsmerkmal sind authentische Themen, bodenständige Attraktionen, alle harmonisch eingefügt in die Landschaft“, erklärt Helmut Fischer, der zusammen mit seinem Bruder Roland seit 1996 das Unternehmen führt. Die Zielgruppen für den Erlebnispark unterm Michaelsberg sind zunächst Familien mit Kindern und Senioren, aber mit rasanten Achterbahnfahrten etwa in der Katapultbahn „Karacho“ oder turbulenten Duellen im „Höhenflug“ hat Tripsdrill inzwischen auch attraktive Angebote für die Jugend, wie Benjamin Fischer erklärt. „Wichtig ist, dass die Besucher an Ende des Tages glücklich nach Hause gehen“, sagt Helmut Fischer.

Programm im Geburtstagsjahr

Im 90. Geburtstagsjahr wird in Tripsdrill viel Neues geboten: Für die kleinen Besucher entsteht direkt zwischen der Holzachterbahn „Mammut“ und der Burg „Rauhe Klinge“ eine neue Attraktion, die im Laufe des Frühjahrs eröffnen wird: Der Erlebnisspielplatz „Sägewerk“. Für Benjamin Fischer mehr als „nur“ ein Spielplatz. „Mammut und ,G’gsenter Sau’ sind Großattraktionen für Erwachsene, da bot es sich an, dazwischen etwas für Kinder bereitzustellen“, sagt Benjamin Fischer. Auf 1400 Quadratmetern stehen dem Nachwuchs voraussichtlich ab Mai etwa 250 Spielelemente zur Verfügung, um zu klettern, rutschen, sandeln und mit Wasser zu planschen. Die Konzeption sei eigens von Tripsdrill in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten entwickelt worden, und nicht ohne Stolz sagt Benjamin Fischer: „Dies ist wohl einzigartig auf der Welt.“

Anlässlich des Jubiläums geht es an drei Sommersamstagen heiß her: Bei „Spaß auf der Gass“ am 17., 24. und 31. August sorgen künstlerische und musikalische Darbietungen im ganzen Park für Jubelstimmung. An allen drei Tagen haben Erlebnispark und Wildparadies bis 20 Uhr geöffnet und bieten damit elf Stunden Tripsdrill-Vergnügen.

Natürlich gibt der Erlebnispark anlässlich seines 90-jährigen Bestehens einen Rückblick in die vergangenen 90 Jahre: Eine Reihe von Schautafeln über die wichtigsten Epochen der Parkgeschichte führt zu einer Sonderausstellung. Dort werden Modelle aus der Planungsphase einiger beliebter Attraktionen präsentiert – und damit veranschaulicht, wie aus kreativen Ideen Wirklichkeit wird. „Durch die Wiederverwendung von Materialien von Abbruchgebäuden – wie etwa Biberschwanz-Schindeln oder Sandstein-Mauern – können wir unseren authentischen Stil umsetzen“, erklärt Helmut Fischer dazu.

Info Der Erlebnispark Tripsdrill hat ab dem 6. April bis zum 3. November täglich ab 9 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren 33 Euro, für Kinder ab vier und Senioren ab 60 Jahren 28 Euro. Im Eintritt ist auch das Wildparadies enthalten. Kinder unter vier Jahren bekommen freien Eintritt. Vor Erlebnispark und Wildparadies stehen rund 4000 kostenlose Parkplätze bereit.

Jubiläums-Ausstellung „90 Jahre Tripsdrill“

Seit 1998 wird in Tripsdrill vor dem Bau einer Attraktion ein maßstäbliches Modell hergestellt. Auch um zu überprüfen, ob sich Idee auch harmonisch in den Erlebnispark und die Landschaft einfügt. In einer Sonderausstellung zum 90-jährigen Bestehen können die Besucher anhand der Modelle die Entwicklung von Tripsdrill entdecken.

Historisches Modell Altweibermühle (Modell von 1891): 1757 erwähnte der Historiker Christian Friedrich Sattler in seinem Werk „Die Geschichte des Herzogtums Württemberg“ als erster Schriftsteller die Belz-Mühle (Altweibermühle) zu Tripsdrill. In dieser sagenumwobenen Mühle sollen die alten Damen wieder jung gemahlen worden sein. Dieses mechanische Drehspiel vom J.F. Schreiber Verlag (Esslingen) aus dem Jahr 1891 visualisiert, wie man sich so eine Altweibermühle damals vorstellte. Wenn man das Modell auf einen Ofen stellt, würde die aufsteigende warme Luft die Mühle in Gang setzen.

Die Altweibermühle mit integrierter Rutschbahn als „Verjüngungskur“ ist das Herzstück von Tripsdrill. Die erste Altweibermühle wurde von Parkgründer Eugen Fischer im Jahre 1929 eingeweiht. 1946 wurde sie bei einem Blitzeinschlag Opfer der Flammen. Eugen Fischers Sohn Kurt knüpfte an das Werk seines Vaters an und eröffnete am 7. Mai 1950 die zweite Altweibermühle, um die herum sich im Laufe der Jahre der Erlebnispark entwickelte.

Weitere Exponate: Eingangsbereich und Mühlental (Modell von 1998), Burg „Rauhe Klinge“ mit Badewannen-Fahrt und „G‘sengte Sau“ (2000 eröffnet),  „G’sengte Sau“ (1998 eröffnet), Badewannen-Fahrt zum Jungbrunnen (2000 eröffnet), Jungbrunnen (2002 eröffnet, Mühlbach-Fahrt (2003 eröffnet), Doppelter Donnerbalken (2003 eröffnet), Spritztour für Seefahrer (2004 eröffnet), Seifenkisten-Rennen (2005 eröffnet), Dorfstraße (2006 eröffnet), Karacho (2013 eröffnet). Außerdem werden erstmals die zahlreichen renommierten Preise für Tripsdrill präsentiert. knz