Bönnigheim Ausschreibung geplant für Jagdpachten

Besprechung bei einer Treibjagd im Stromberg bei Bönnigheim im Dezember 2015.
Besprechung bei einer Treibjagd im Stromberg bei Bönnigheim im Dezember 2015. © Foto: Martin Tröster
Von Uwe Deecke 28.07.2018

Im März 2019 laufen die Jagdpachtverträge für Bönnigheim und Hofen aus, ein Jahr später der für das Revier Hohenstein. Dabei hat das Jagdrevier Bönnigheim mit 738 Hektar gemeinschaftlichem Jagdbezirk und 410 Hektar Eigenjagdbezirk die größte Fläche und mit Abstand den größten Waldanteil. 427 Hektar Wald und 717 Hektar Feld sowie vier Hektar Gewässer gehören allein zum Bönnigheimer Jagdbogen, der nun ausgeschrieben werden soll.

Um allen Jagdpachtinteressierten die Möglichkeit zu geben, sich um eine Anpachtung zu bewerben und um bessere Preise zu erzielen, plant die Stadtverwaltung das neue Verfahren. „In Bönnigheim haben wir sehr moderate Jagdpreise“, erläuterte Kämmerer German Thüry vor dem Gemeinderat am Dienstag. Aber nicht nur die Finanzen stünden bei der Neuordnung im Vordergrund.

Wildschadensverhütung

Der Bezug zum Ort und die örtliche Verfügbarkeit des Pächters seien ebenso wichtig. „Wildschadensverhütung ist ein großes Thema“, ergänzte Thüry. Hier wolle man statt der bisherigen Pauschale eine Kostenübernahme von zwei Drittel durch den Jagdpächter anstreben. „Bisher bleibt es am Waldbesitzer hängen“, so der Kämmerer zum aktuellen Problem der Wildschäden im Forst.

Die Pachtdauer von neun Jahren soll beibehalten werden, da der Jagdpächter bei seinen Investitionen auch Planungssicherheit benötigt. Lediglich im Revier Hohenstein soll die Dauer auf acht Jahre verkürzt werden, damit man bei den nächsten Ausschreibungen zeitgleich starten kann. Dies sei notwendig, da künftig bei Neuverpachtungen eine Bestätigung durch die Jagdgenossenschaftsversammlung notwendig sein werde, wenn es bislang kein Pachtverhältnis gab.

Das Mindestgebot für die Jagdpacht in Bönnigheim soll bei 8000 Euro im Jahr liegen, das für Hofen und Hohenstein bei jeweils 800 Euro pro Jahr. „Die Ausschreibung ist eine gute Sache“, beurteilte Markus Stahl (UWG) das neue Verfahren, es finde schließlich fast in allen Bereichen statt und schaffe mehr Transparenz. Leistungsfähigkeit und Ausführung seien dabei so wichtig wie die Einnahmen, die man erziele.

In einem Punkt wollte Stahl die Vorlage zur Sitzung dennoch abändern. Die ungleich großen drei Reviere in zwei zusammen zu fassen und den Jagdbogen Bönnigheim dabei aufzuteilen, war sein Vorschlag. Auch Dittmar Zäh von der UWG sah es als richtig an, Hofen und Hohenstein getrennt zu vergeben und schloss sich Stahl an. Bürgermeister Albrecht Dautel sah dies als mögliche Option, nicht aber als Voraussetzung für eine Vergabe, weil man die bisher genutzten Bezirke dann neu abgrenzen müsste. Eckard Matthäus (FWV/CDU) sah die Transparenz durch das Verfahren der Ausschreibung als den richtigen Weg an. Es sei richtig, seitens der Bewerber Auskunft zu geben, auch was die Nachwuchsförderung angehe.

Der Gemeinderat stimmte dem neuen Verfahren mit der Option auf Neuabgrenzung anschließend einstimmig zu. Die Ausschreibung soll nach der Sommerpause erfolgen.

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