PKC Aus dem Erbe die eigene Handschrift entwickeln

Michael Volz leitet künftig die pädagogisch-kulturellen Geschicke des PKC in Freudental.
Michael Volz leitet künftig die pädagogisch-kulturellen Geschicke des PKC in Freudental. © Foto: Helmut Pangerl
Freudental / Gabriele Szczegulski 04.08.2018

Als Barbara Schüßler 2012 die Leitung von Pädagogik und Kultur des Pädagogisch-Kulturellen Centrums Ehemalige Synagoge (PKC) gemeinsam mit Isolde Siegers als Leiterin der Geschäftsstelle übernahm, war dies ein schweres Erbe. Denn sie folgte auf den Gründer des Centrums, Ludwig Bez, der fast 30 Jahre richtungsweisend für die Institution war. Michael Volz beerbt nun beide: Bez, der auf die Versöhnung mit Israel großen Wert legte und Barbara Schüßler, die als Pädagogin die demokratische Erziehung von Kindern in den Mittelpunkt stellte.

Gastfreundschaft ist wichtig

Michael Volz (49), 17 Jahre lang Lehrer für katholische Religion und Französisch am Robert-Bosch-Gymnasium in Gerlingen,  möchte, so sagt er, das Erreichte beider weiterführen. „Ich möchte im Laufe der Zeit und mit Geduld aus diesem Erbe meine eigene Handschrift entwickeln“, sagt er.  Zwei Dinge seien ihm wichtig: Die Gastfreundschaft des Hauses habe er sofort gespürt und daher wolle er verstärkt dafür werben, dass noch mehr Menschen das PKC besuchen, um am authentischen Ort zu lernen. Zudem wolle er ein Konzept entwickeln, durch das die Verbindung zu den Nachfahren der Freudentaler Juden, die bis 1938 das Land verlassen haben, intensiviert wird sowie weitere Nachfahren gefunden werden, um „Freudental für sie zu einem Ort der Begegnung zu machen“.

Obwohl Hobby-Jongleur Volz, der täglich von Gerlingen mit dem Rad nach Freudental fährt, erst am 1. September seine Stelle einnimmt, hatte er schon ein einschneidendes Erlebnis: Ein 22-jähriger Student aus Michigan/USA klopfte unerwartet an die Tür des PKC. Er sei auf der Suche nach Zeugnissen seiner Großmutter, die in Freudental gelebt habe. Michael Volz nahm sich des jungen Mannes an, forstete Dokumente durch, zeigte ihm das ehemalige Wohnhaus der Oma. Dabei trafen sie auf eine Freudentalerin, die die Großmutter noch gekannt hatte. Nun will der Amerikaner im November mit seinen Cousinen und Cousins ins PKC kommen. „Das wäre toll, wenn daraus eine fruchtbare Verbindung entstehen würde“, sagt Volz.

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