Wie bereits berichtet greift die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt zu drastischen Maßnahmen an der Verbindungsstraße von Freudental nach Tripsdrill. Nach der Schranke am Wildparadies auf Cleebronner Gemarkung im Landkreis Heilbronn steht nun auch die auf Bönnigheimer Seite, kurz vor der Zufahrt zum Häckselplatz, der von Bönnigheimern und Freudentalern genutzt wird. Und es gibt auch noch eine dritte Schranke am Katharinenplaisir, die die Straße halbseitig sperrt. Dort soll der abendliche und nächtliche Verkehr aus Cleebronn in Richtung Bönnigheim umgeleitet werden, um nicht an der großen beleuchteten Schranke am Wildparadies wenden zu müssen.

Nicht nur Tripsdrill-Geschäftsführer Helmut Fischer hält die Abschrankung für überzogen. Auch der Bietigheimer Jagdpächter der Cleebronner Jagd, Erhard Fischer, kann die Straße durch sein Revier nachts nicht mehr nutzen. Problematisch sei, dass Rettungsdienste nun mehrere Minuten mehr einkalkulieren müssen, wenn sie zwei Schranken öffnen und schließen müssten, kritisiert Tripsdrill-Chef Helmut Fischer. Es gehe um Minuten, wenn das nächste Krankenhaus in Bietigheim nicht mehr erreichbar sei.

„Früher standen hier Barrieren, die die Autofahrer dann weggeräumt haben“, weiß Fischer aus der Vergangenheit. Warum hier nicht ein einfaches Tempo-30-Schild steht, wie es sonst praktiziert wird, will ihm nicht einleuchten. Auch dass angeblich keine Röhren für Amphibien in die Straße gelegt werden können, wo die Tiere gefahrlos auf die andere Seite kommen, versteht er nicht. Beim Sturm am vergangenen Wochenende sei die Schranke bereits unten gewesen, berichtet Fischer. Möglichkeiten die Straße zu sperren, gebe es offenbar auch außerhalb der Zeit der Krötenwanderungen. Es habe viele Anrufer in der Zentrale gegeben, die von der Sperrung  betroffen waren, so Fischer.

Nur noch eine Stunde Zeit

Der Erlebnispark schließt seine Pforten um 18 Uhr, so dass die Besucher noch eine Stunde Zeit haben, um in Richtung Stuttgart die K 1632 zu benutzen. Doch es gibt auch viele Übernachtungsgäste, die dann betroffen wären und dann im Notfall langsamer versorgt werden könnten. Wer die Schranken am Wochenende morgens öffnet, ist eine der Fragen, die den Geschäftsführer umtreibt. Gerade wird am Park erweitert und die Arbeit auf der Baustelle für die beiden neuen Achterbahnen laufen auf Hochtouren. Im Frühjahr, so Fischer, hoffe man die neuen Attraktionen einweihen zu können.

„Die Strecke wird weiterhin in Abhängigkeit des Witterungsverlaufs und der dadurch bedingten Amphibienwanderphase gesperrt werden, grob eingrenzen lässt sich dies auf Mitte Februar bis Mitte April“, erklärt Sprecherin Caren Sprinkart vom Landratsamt. Gesperrt werde die Straße dann von 19 bis 6 Uhr. Mit den Leitstellen beider Landkreise sei abgestimmt, dass Rettungskräfte die Schranken im Notfall öffnen und die Strecke auch während den Sperrzeiten befahren können. Die gesamte Sperrung, mit den dazugehörigen Schranken und der Beschilderung sei eng mit dem Landkreis Heilbronn abgestimmt.

Tempo 30 und Querungsmöglichkeiten über Röhren, die es sonst auf solchen Strecken gibt, sieht man in Ludwigsburg nicht als machbar an. Alternative Möglichkeiten seien umfassend geprüft worden, so die Kreisbehörde. Auf Grund der Lage im Einschnittbereich und der dadurch vorhandenen steilen Böschungen ließen sich dort keine herkömmliche Amphibienleiteinrichtung mit Durchlässen realisieren, so das Landratsamts.