Leser-Aktiv-Sommer Achterbahn-Technik verblüfft

Cleebronn / Frank Ruppert 07.08.2018

Wie viel Technik ist notwendig, um Menschen mit 100 Stundenkilometer eine Achterbahnstrecke entlang zu jagen? Wie schafft man beim „Höhenflug“, der neuesten Attraktion in Tripsdrill, eine komplette Über-Kopf-Drehung und wo ist das Abstellgleis für die Karacho-Achterbahn? All das und noch viel mehr haben 17 Abonnenten der Bietigheimer Zeitung im Rahmen einer Führung auf dem Gelände des Erlebnisparks Tripsdrill erfahren.

Zum zweiten Termin im Leser-Aktiv-Sommer begrüßten Melanie Belz von der BZ und Tripsdrill-Pressesprecher Birger Meierjohann die Gewinner der Leser-Aktion. „Sie bekommen eine exklusive Führung mit Blick hinter die Kulissen und dürfen natürlich alle Fahrgeschäfte heute nutzen“, sagte Meierjohann. Die Gruppe war altersmäßig bunt gemischt, von Großeltern, die selbst einmal fahren wollten, bis Kindern war alles vertreten. Viele der Älteren erinnerten sich noch an den Park, als nur die Altweibermühle dastand. Dass sich seither einiges getan hat, zeigte Elektromeister Patrick Pfeiffer gleich am ersten Stopp, dem „Höhenflug“, der neuesten Attraktion des Parks. „Jede Attraktion ist ein Unikat“, sagte Pfeiffer der anschaulich über die technischen Details der Attraktionen und die Geschichte des Parks berichtete. In vierter Generation wird das Familienunternehmen schon geführt, in der Hauptsaison arbeiten 300 Mitarbeiter daran Jung und Alt einen schönen Tag zu bereiten. Für die Technik des Erlebnisparks sind vier Elektriker und fünf Mechaniker zuständig.

Allein der Arm, an dem die Sitze beim „Höhenflug“ befestigt sind, wiegt 22 Tonen, erklärte Pfeiffer. „Jeder Sitz kann individuell gesteuert werden, so dass ein Überschlag möglich ist, wenn man es richtig austariert“, so Pfeiffer. Sieben Leute aus der Gruppe nahmen das Angebot wahr einen Sonderflug, ganz ohne Anstehen zu erleben. Am höchsten Punkt ist man dabei 22 Meter über dem Boden.

Vom „Höhenflug“ ging es direkt weiter zur Achterbahn „Karacho“, einem weiteren Publikumsliebling in Tripsdrill. Die 2013 eröffnete Attraktion konnten die BZ-Leser zunächst aus nächster Nähe direkt, in einem für die übrigen Besucher nicht zugänglichen Bereich anschauen. „Die Bahn funktioniert eigentlich wie der Transrapid“, sagte Pfeiffer und spielte damit auf die Antriebstechnik mit Elektromagneten an. Nur an einem Punkt wird die Bahn beschleunigt, dort aber in 1,6 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Den Rest der Strecke regelt die Schwerkraft.

Abstellgleis mit Ersatzwagen

Mit bis zu 4,5 G werden die Fahrgäste dabei in die Sitze gedrückt. Pfeiffer verriet, dass die Bahn gar nicht auf maximale Beschleunigung gebracht werden darf. Nur 85 Prozent müssen ausreichen, bei 100 Prozent drohe so viel Blut in den Kopf zu schießen, dass die Menschen ohnmächtig werden. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe dann auch von der Technik, die hinter der Riesen-Attraktion steht: Lediglich ein paar Schaltkästen reichen zur Steuerung aus. Handfester wurde es aber beim Blick, auf das Abstellgleis. Direkt neben der Bahn gibt es nämlich in einem Raum ein Gleis auf dem ein Ersatzwagen steht. An diesem zeigte Pfeiffer, wie ein solcher Wagen funktioniert.

Bei der „G’sengten Sau“, dem letzten Stopp der kleinen Tour, konnte Pfeiffer dann erneut das Abstellgleis zeigen und gab einen Blick in die Werkstatt preis. Die Technik dabei ist eine etwas andere als bei der Karacho, auch weil die Bahn älter ist. Das tat dem Fahrspaß aber keinen Abbruch. Trauten sich bei Karacho nur fünf eine Runde mitzufahren, waren die Nichtfahrer bei der letzten Station fast in der Unterzahl. Und auch die vergleichsweise harmlose Fahrt bei der „G’sengten Sau“ sorgte noch Minuten nach Fahrtende für einen hohen Adrenalinspiegel bei manchem. Fahrer und Nichtfahrer einte aber der Dank an das Tripsdrill-Team.

Einmalige Gelegenheit und viel Spaß auf der wilden Achterbahn

Helmut Glaser aus Ingersheim: „Ich kenne Tripsdrill seit 50 Jahren. Vor zwei Jahren konnten wir die Führung im Wildparadies mitmachen. Das war auch interessant. Ich bin alle drei Attraktionen, die wir im Rahmen der Führung besucht haben, auch mitgefahren. Am besten hat mir Karacho gefallen, beim Höhenflug muss man vielleicht noch ein bisschen üben, um den Über-Kopf-Flug hinzubekommen. Die G’sengte Sau war etwas holprig. Dort sieht man immer voraus was passiert, bei Karacho hat man gar keine Gelegenheit sich auf etwas einzustellen, weil es so schnell geht. Wir haben deswegen auch gar nicht geschrieen wie viele andere. Besonders gut gefallen hat mir der Blick hinter die Kulissen. Das war wirklich einmalig. Wann bekommt man schon einmal eine solche Gelegenheit? Wir nutzen jetzt den Tag in Tripsdrill noch und werden noch einige andere Fahrgeschäfte ausprobieren. Meine Frau will noch den Tausendfüßler fahren, weil das unsere Enkelin auch schon gefahren ist und riesigen Spaß dabei hatte. Jetzt müssen wir als Großeltern natürlich nachziehen.“

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