Bönnigheim „Zum Innehalten einladen“

Seit 20 Jahren gibt es in Bönnigheim das Frauenfrühstück. Am Mittwoch hatte die evangelische Kirchengemeinde wieder ins Gemeindehaus eingeladen.
Seit 20 Jahren gibt es in Bönnigheim das Frauenfrühstück. Am Mittwoch hatte die evangelische Kirchengemeinde wieder ins Gemeindehaus eingeladen. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / Von Susanne Yvette Walter 08.02.2019

Gemeinsam neue Kräfte tanken, das ist der Motor, der in vielen Kirchengemeinden Frauen beflügelt, gemeinsam ein Frauenfrühstück auf die Beine zu stellen – zur Stärkung von Körper, Geist, und Seele. In Bönnigheim hat sich schon zwei Jahrzehnten ein Kreis von Frauen zusammengefunden, der diese gesellige Art der Begegnung und des Austauschs möglich macht.

Der Gedanke, gemeinsam in bestimmten Abständen ein Frauenfrühstück auf die Beine zu stellen, beflügelte vor mehr als 20 Jahren schon eine Gruppe von Bönnigheimerinnen. Etwa 14 Frauen, darunter auch die damalige Pfarrerin Sabine Keppler, haben sich zusammengefunden mit diesem Wunsch.

„Unsere Beweggründe waren und sind Frauen aller Altersgruppen und Konfessionen zu einem Innehalten, einer ,Verschnaufpause’ im Alltag einzuladen, sich verwöhnen zu lassen. Andere Frauen zu treffen, gemeinsam in schöner und angenehmer Atmosphäre ein gutes Frühstück zu genießen, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen“, erklärt Monika Binder von der evangelischen Kirchengemeinde Bönnigheim. „Lebendig gehaltene Vorträge, die viele Themen aus christlicher Sicht beleuchten und sich mit verschiedenen Lebenssituationen auseinandersetzen, sind eine Möglichkeit, neue Sichtweisen kennenzulernen und Kraft zu schöpfen, um mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen“, fügt sie hinzu. Wichtigstes Anliegen der inzwischen längst gewachsenen Gruppe war es von Anfang an und ist es immer noch, eine möglichst interessante und abwechslungsreiche Themenauswahl anzubieten. Deshalb war beim Frauenfrühstück der evangelischen Kirchengemeinde Bönnigheim in den letzten 20 Jahren eine stattliche Zahl von Referenten zu Gaste. Es gab außer Vorträgen auch Beiträge mit folgenden Gästen: Die Harfenistin Ariane Kahl-Gärtner gestaltete zum Beispiel einen Vormittag mit ihrer Harfe zum Thema „Bin ich was ich tue – was macht meinen Wert aus?“. Der Filmemacher Bernd Umbreit führte in diesem Rahmen einen seiner Filme vor mit dem Titel „Tour ins Ungewisse“. Das anschließende Gespräch ist ebenfalls fester Baustein bei jedem Frauenfrühstück.

Für einen reibungslosen Ablauf haben sich Teams gebildet, die die Dekoration vorbereiten, die Speisen zubereiten und dekorativ zur Auswahl stellen. Es gibt Teams, die die Moderation vorbereiten. „Einmal war auch die Künstlerin Dorothee Krämer bei uns in Bönnigheim zu Gast. Sie gestaltet die Bilder zur Jahreslosung und erklärte uns den Weg von der ersten Skizze bis zum fertigen Bild“, erinnert sie sich. Für ein unvergessliches Frauenfrühstück in Bönnigheim sorgte auch der Liedermacher Thomas Knodel und seine Frau Rotraud mit Texten und feinsinnigen Liedern zur Gitarre.

„Wir freuen uns, dass unser Frauenfrühstück mit durchschnittlich 130 Frauen gut besucht wird. Wir erfahren immer wieder sehr viel Wertschätzung für unser Engagement. Das tut gut und motiviert unser Team von 16 Mitarbeiterinnen, auch in Zukunft alles zu geben und mit Freude und Kreativität mitzuwirken“, betont Monika Binder.

Diese Dankbarkeit wollte der Kreis engagierter Frauen beim 20-jährigen Jubiläumsfrauenfrühstück an diesem Mittwoch zum Ausdruck bringen mit einem besonderen Programm: Der gemeinsame Vormittag stand gestern unter dem Thema „Jahresringe am Baum meines Lebens“. Referentin war Ulla Reyle aus Tübingen. Dabei wurden die einzelnen Lebensabschnitte näher betrachtet und auf Chancen und Herausforderungen abgeklopft. Aber auch die Themenauswahl der letzten 20 Jahre kann sich sehen lassen. Unter anderem ging es um Themen wie „Frau zu sein bedarf es wenig“ mit Birgit Luscher oder „Wir sind alle kleine Sünderlein“ mit Pfarrerin Sabine Keppler oder „Vom Umgang mit der Angst“ mit Pfarrerin Anette Winckler-Mann. Öfter ging es auch um Kommunikation, um Depressionen, Burnout und das damit verbundene Umdenken in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

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