Energiewende „Wir brauchen die Energiewende“

Orange-Solar-Geschäftsführer und -Inhaber Daniel Brandl versorgt mit seinem Unternehmen seit 2003 Kunden mit Solarstrom. Die Preise seien bisher noch nie so tief gewesen wie jetzt, sagt er.
Orange-Solar-Geschäftsführer und -Inhaber Daniel Brandl versorgt mit seinem Unternehmen seit 2003 Kunden mit Solarstrom. Die Preise seien bisher noch nie so tief gewesen wie jetzt, sagt er. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / Uwe Deecke 21.09.2017

Orange Solar in der Bönnigheimer Zeppelinstraße gehört zu den Pionieren der Photovoltaik in der Region. Das Unternehmen setzt nach eigenem Bekunden bewusst auf Nachhaltigkeit durch Sonnenenergie. Seit 2003 versorgt das von Daniel Brandl gegründete Unternehmen den Bereich Bietigheim, Heilbronn und Stuttgart aber auch Kunden deutschlandweit in Photovoltaik (PV)-Anlagen.

Aus China kommt nichts mehr

Der gebürtige Heilbronner schloss sein Studium als Bauingenieur mit einer längeren wissenschaftlichen Tätigkeit in Los Angeles ab und besitzt zudem eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Industrieelektroniker. Brandl hat in den Jahren das Auf und Ab in der Branche miterlebt. Seit chinesische Anbieter auf den Markt drängten, kam für manchen deutschen Modulhersteller hier das Aus, weil man mit den Preisen nicht mehr mithalten konnte. Seit die EU einen Mindesteinfuhrpreis eingeführt hat, habe sich die Situation wieder geändert. „Wir haben Hersteller aus Deutschland, der EU, Malaysia und Taiwan“, erklärt der 42-Jährige, aus China komme gar nichts mehr.

„Die Preise sind extrem gefallen in den letzten Jahren“, so der Geschäftsführer, was für Kunden deutliche Vorteile bringe. Bei einer Nullzinspolitik würden viele Unternehmen ihr Geld profitabel in einer PV-Anlage investieren, statt es auf der Bank liegen zu lassen. Bei den Privatkunden herrsche aber oft noch Zurückhaltung. Dabei seien die Anlagen sehr günstig, vielleicht so günstig wie nie.  Eine 8-Kilowatt-Anlage liege heute bei gut 10.000 Euro, in früheren Jahren habe man dafür 30.000 bis 35.000 Euro bezahlt, rechnet Brandl vor. Preislich sei man am bisherigen Tief, und eine PV-Anlage eine lukrative Investition.

Talsohle erreicht

„Wir brauchen die Energiewende“, führt der Geschäftsführer aus. Man müsse das Klima in den Griff kriegen, und dafür brauche es mehr politische Anstrengungen als bisher. Zusammen mit seinem sechsköpfigen Team in Bönnigheim will er an der Energiewende mitwirken. Dass es dabei nicht ohne Subventionen und Anreize möglich war, die breite Masse mit der neuen Technologie zu erreichen, ist bekannt. „Aber wenn man heute ein Modul kauft, ist das fast wie Fensterglas“, beschreibt Brandl den Preisverfall bei den Komponenten. Für Häuslebauer sei die Technik derzeit genauso lukrativ wie für Firmenkunden, die ungleich größere Anlagen kaufen.

Die Branche habe die Talsohle erreicht und sei durch gesunkene Preise geprägt. „Deshalb boomt der Markt auch gerade“, sagt Brandl, der auf volle Auftragsbücher blickt. Es geht nach den letzten schwächeren Jahren wieder aufwärts mit der nachhaltigen Solarenergie, die mehr Rendite bringt als das Sparbuch. Dass es so mit der Energiewende klappen kann, davon ist er überzeugt.

Rund 70 Prozent bei Orange Solar sind laut Gründer Daniel Brandl Industriekunden, 30 Prozent Privatkunden.

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