Bönnigheim / Uwe Deecke

Rund 3,85 Millionen Euro ließ sich Bönnigheim die Innenstadtsanierung insgesamt kosten. Nun wurde am Samstag der Sanierungsabschluss am Marktplatz gefeiert.

Der an diesem Tag geplante Brexit spielte auch eine kleine Rolle in der Rede von Bürgermeister Albrecht Dautel, der am Marktplatz bei frühlingshaftem Wetter die beteiligten Planer, Stadträte und die Bürgerschaft begrüßte. Es wurde schottische Musik auf dem Dudelsack von den „Backdraft Pipes and Drums“ der Freiwilligen Feuerwehr gespielt, und bei dieser Musik war die anschließende Bewirtung durch die Jugendfeuerwehr auch noch kostenlos.

Einige Einschränkungen

Ganz so sparsam war die Innenstadtsanierung nicht, und sie war auch mit manchen Problemen verbunden. Die schlechte Parkplatzkennzeichnung, die fehlenden Bäume und grüne Pflastersteine schlechter Qualität, die dann wieder ausgetauscht werden mussten, sorgten während der dreijährigen Bauzeit für Diskussionen. Auch Einschränkungen gab es naturgemäß für die Geschäfte und Unternehmer, die mit der Aktion „Mitten ins Herz“ die Sanierung im positiven Sinn begleiteten.

„Wir wollen den Blick auf das Positive lenken, auf das, was gelungen ist“, sagte Dautel vor den rund 100 Gästen am Marktplatz. Es sei gut angelegtes Geld für die Stadt mitten im Zentrum, und mit Sicherheit werde es mit der Innenstadtsanierung weitergehen. Gerade erst wurden neue Sanierungsmittel für die Innenstadt bewilligt, mit denen Viertel aufgewertet werden und manches abbruchreife Gebäude verschwinden kann. „Die Stadt hat viel Potenzial, das es zu nutzen gilt“, so der neue Rathauschef. Ziel sei eine lebendige Innenstadt, nicht nur zum Wohlfühlen, sondern auch zum Arbeiten.

Freie Sichtachsen

Ziel des Gemeinderats sei es stets gewesen, die Sichtachsen herzustellen, was mit dem Baumbestand nicht möglich war, erläuterte Ruprecht Neulinger von Zoll Architekten, der von Beginn an mit der Planung beauftragt war. Auch sei es eine bewusste Entscheidung gewesen, die Stadt nicht von Autos zu befreien, was mancherorts schon zu verlassenen Innenstädten geführt habe.

Er und Dautel setzten dann symbolisch den letzten Pflasterstein in den Verbund, der am Morgen noch rausgenommen worden war. Auch die Infotafel mit dem städtischen Grundriss wurde enthüllt, bevor Ulrike Staudenrausch von der Aktion „Mitten ins Herz“ die Bürger auf dem Marktplatz fürs Drohnenfoto in Herzform aufstellte.

Sie war es auch, die das erste Stöckelschuhrennen in der Innenstadt ins Leben rief, das aber leider keine Fortsetzung findet. Man habe viel Resonanz gefunden, aber leider wenige Teilnehmer, die das Verletzungsrisiko in Kauf genommen hätten, so Staudenrausch. Mit musikalischer Begleitung gab es anschließend noch ein gemütliches Beisammensein am Marktplatz. Tobias Seyb und Julia Illenseer spielten Acoustic Rock und Irish Folk mit Gitarre und Violine.