Bönnigheim / Philipp Stuiber

Rund 270 Schüler der Bönnigheimer Ganerbenschule säten am Montag im Rahmen der Aktion „Projekt Blumenwiese“ ihre Sonnenblumensamen auf einen Acker des Apfellandes Sartorius. Die Besitzer des dortigen Gewanns „Hirschl“, Frank und Meik Sartorius, arbeiteten für das Vorhaben mit den Grundschülern zusammen und fuhren die spezielle Blühmischung „Tübinger Bienenschmaus“ auf zunächst sechs Ar maschinell aus. Geplant sei eine Gesamtfläche von mehr als zehn Ar für die Saat.

Die daraus entstehende Blumenwiese soll, wie der Name bereits vermuten lässt, zahlreichen Bienen und Insekten als Nahrungsquelle in den Sommermonaten dienen. Die vielfachen Monokulturen der intensiven Landwirtschaft stellen keine ausreichende Nahrungsquellen dar. Für die 20 Bienenvölker, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Blumenwiese stehen, würden so die idealen Bedingungen geschaffen. Ein positiver Nebeneffekt der aktiveren Bienen sei eine voraussichtlich bessere Ernte und Qualität in den Apfelplantagen, so Meik Sartorius.

Die Sonnenblumensamen durften die Kinder säen, um eine persönliche Bindung zu der Wiese zu haben und den Besuch spannender zu gestalten, betont Lehrerin Martina Höllige. Zum Projekt gehört, dass die Schüler das Feld im Laufe des Jahres mehrmals besuchen und die Entwicklung der Blumen dokumentieren.

Der Ursprung der Aktion

Die Idee für das Projekt sei aus den Kernintentionen der Schülerbewegung „Fridays for Future“ entstanden. Diese setzt sich mit Demonstrationen – immer freitags – für ein konsequentes Anstreben mehrerer Klimaziele ein, wie unter anderem den Kohleausstieg bis 2030. Davon ausgehend hatten einige Schüler der Bönnigheimer Klasse 4b gemeinsam mit Höllige eine Projektgruppe unter dem Motto „Kinder können etwas für die Umwelt bewegen“ gegründet. Der Vorschlag sei von den Kindern selbst gekommen und ergänze den Lehrplan passend, so die Grundschullehrerin. Ihr Vorhaben stellten sie zur Vorbereitung auf den praktischen Teil in den restlichen Klassen vor.

Sowohl Schüler als auch Lehrer seien von dem Projekt begeistert gewesen. „Die großen Schüler sind bei ,Fridays for Future’ involviert. Wir wollten den Klimaschutz im Praktischen umsetzen.“, so Höllige weiter. Sie sei sehr zufrieden mit dem Engagement der Schüler für die Pflanzaktion und deren Wissen über den Klimawandel. Die Wahl des Apfellandes Sartorius als Kooperationspartner traf die Lehrerin, sprach dies jedoch mit den Schülern ab. Die Blumenwiese sei in direkter Nähe der Schule und biete so den Kindern, vor allem für den naturnahen Unterricht, ein ideales Umfeld.

Zukünftige Pläne

Für die nächsten Jahre plane die Schule, ermutigt von der positiven Resonanz zum „Projekt Blumenwiese“, bereits weitere Projekte. Eine Spendenaktion sei dieses Jahr zwar zeitlich nicht möglich gewesen, soll aber für zukünftige Aktionen stattfinden. Ganz oben auf der Liste stehe das Züchten von Schmetterlingen. So soll die Schule ein Vorreiter sein. Ihre Zukunftsvision, so Höllige, sei „eine Schule der Nachhaltigkeit“.