BZ-Wahlforum „Eine Halle steht Bönnigheim gut an“

Albrecht Dautel antwortete im Schnapsmuseum in Bönnigheim auf die Fragen von BZ-Redakteur Michael Soltys.
Albrecht Dautel antwortete im Schnapsmuseum in Bönnigheim auf die Fragen von BZ-Redakteur Michael Soltys. © Foto: Werner Kuhnle
Uwe Deecke 12.04.2018

Wie will Albrecht Dautel sein Amt ausfüllen, wo liegen die Schwerpunkte und wie sollen sie finanziert werden? Diesen und weiteren Fragen stellte sich der Bürgermeisterkandidat beim BZ-Wahlforum im Gewölbekeller des Bönnigheimer Schnapsmuseums.

Das Konzept „Bönnigheim 2030“, das der Noch-Walheimer-Bürgermeister in Bönnigheim angehen möchte, klingt nach mehr als einer Amtsperiode. BZ-Redakteur Michael Soltys eröffnete das Interview mit dem einzig ernst zu nehmenden Kandidaten bei der Wahl am Sonntag mit diesem Thema. Er allein könne das nicht leisten, dazu müsse die Bürgerschaft beitragen, entgegnete Dautel. „Es gibt offensichtliche und nicht so offensichtliche Themenfelder“, sagte der Kandidat im BZ-Forum, das Gelegenheit schaffen sollte, im kleineren Rahmen die Ziele Dautels konkreter werden zu lassen.

Längerfristig und mit dem Gemeinderat sowie der Bürgerschaft wolle er zur Entwicklung der Stadt beitragen, Ziele entwickeln und wichtige Dinge zusammenfügen, sagte der Bürgermeister-Kandidat. In welcher Form er die Bürgerschaft mitnehmen will, ob im Bürgerforum oder einer Zukunftswerkstatt? „Mit sehr großer Bürgerbeteiligung“ will Dautel arbeiten und zunächst den möglichen Themen nachspüren. „Solche Modelle wie eine Zukunftswerkstatt kann ich mir vorstellen, aber auch Befragungen der Bürger“, skizzierte Dautel den aus seiner Sicht gangbaren Weg.

Beim Thema Kindergärten ist der dreifache Vater bewandert. Was er denn unter Kinder- und Familienzentren verstehe, wie er sie auf seiner Internetseite ankündige? Die Differenzierung werde immer größer, Eltern fordern flexible Betreuung zu unterschiedlichen Zeiten, und Kinder kommen oft aus einem ganz unterschiedlichen familiären Umfeld. Immer wichtiger werde die Sprachförderung, so Dautel, wenn Flüchtlingskinder betreut werden sollen, die später in die Schule kommen.

Geld und Personal

Ein Familienzentrum kann er sich vor diesem Hintergrund vorstellen, das auch Beratungsleistungen bietet. Dass es dafür Geld und Personal braucht, ist Dautel bewusst. Doch die Kommune sei ein Dienstleister, und für solche Projekte gebe es auch Förderprogramme, die sie unterstützen. Eine weitere Herausforderung sei daher auch das Schulzentrum, das von vielen auswärtigen Schülern besucht werde und neue Räume brauche.

Das Thema Stadthalle ist eines der Felder, die Dautel bereits im Wahlkampf aufgegriffen hat. „Es steht Bönnigheim gut an, so eine Halle zu haben“, bekräftigte er sein Vorhaben, „für das Wir-Gefühl und den Gemeinschaftscharakter“. Die Turn- und Festhalle sei an der Kapazitätsgrenze angelangt, ein neue Halle müsse allerdings alltagstauglich sein und unterschiedliche Nutzungen ermöglichen.

Den Standort in Schlossnähe stellte Dautel allerdings in Frage. Er sieht ihren Platz am ehesten Richtung Freibad, wofür Dautel auch gleich Zustimmung aus dem Publikum bekam. Auf eine gezielte Nachfrage, wann die Stadthalle denn steht, wurde er allerdings nicht konkret.

Wie er das alles bezahlen möchte? Schließlich lebe die Stadt nicht nur von der guten Konjunktur, sondern auch von Grundstücksverkäufen? Wichtig sei es Prioritäten zu setzen, konstatierte Dautel. Bönnigheim habe eine gute Struktur mit hohen Gewerbesteuern, die auch der  allgemein guten konjunkturellen Lage geschuldet seien. Man müsse Ausgaben überprüfen, wünschenswerte Projekte auch mal zwei oder drei Jahre zurückstellen und das richtige Maß finden. Langfristig werde es nicht so weiterlaufen wie bisher, zeigte sich Albrecht Dautel realistisch.

Info Ein weiterer Bericht von der anschließenden Diskussion folgt in der BZ-Ausgabe am Freitag.