Einnahmen und Ausgaben der Blaubeurer Stadtverwaltung werden gegenwärtig noch dezentral verbucht – in all den Ämtern und Einrichtungen, wo sie anfallen. Insgesamt 20 Mitarbeiter sind derzeit damit beschäftigt, teilweise zu nur sehr kleinen Teilen ihrer eigentlichen Tätigkeit. Das soll sich jetzt ändern, denn „eine vollständige Zentralisierung“, die mit zwei zusätzlichen Mitarbeitern machbar sei, stellt nach Ansicht der Verwaltung „die Ideallösung“ dar, wie Stadtkämmerer Jürgen Stoll erläuterte. Der Blaubeurer Gemeinderat stimmte trotz zusätzlicher Personalkosten in Höhe von jährlich rund 70 000 Euro ohne Diskussion einmütig seinen Vorschlägen zu.

„Die Fehleranfälligkeit durch dezentral buchende Mitarbeiter und der daraus resultierende hohe Schulungs-, Beratungs- und Korrekturaufwand ist groß“, sagte Stoll. Hinzu kämen höhere Lizenzkosten für Finanzsoftware und Probleme bei Krankheitsvertretung. Ein weiterer Grund für die Umstellung gerade in diesem Jahr sei, dass der künftige Buchungsstil im neuen kommunalen Haushaltsrecht nochmals „wesentlich mehr Detailwissen“ erfordert.

„Kein Qualitätsproblem“

Gerade im Zusammenhang mit dem neuen Haushaltsrecht habe sich „herauskristallisiert“, dass diese Zentralisierung nötig sei, sagte Stoll. Künftig müssten neben den Sachkonten auch noch Kostenstellen und Kostenträger sowie Anlagen- und Debitorennummern mitkontiert werden.

Bürgermeister Jörg Seibold betonte: „Wir haben kein Qualitätsproblem, aber es kommt zu Fehlern in der Buchhaltung.“ Die Sachverhalte würden immer komplexer, und deshalb sei es nötig, Spezialisten einzusetzen. Er sagte zu, die zusätzlichen zwei Stellen an anderen Orten, wo bisher auch schon Buchhaltung stattgefunden habe, zu kompensieren: „Ganz wird uns das aber nicht gelingen.“

Stoll schätzt, dass man in den nächsten Jahren aber etwa 1,25 Stellen aufgrund der Zentralisierung anderswo in der Verwaltung einsparen könne.