Feier Orientierung an Idealen

Blaubeuren / Thomas Spanhel 07.12.2018

Am Sonntag feiert die Blaubeurer Kolping-Familie ihr 70-jähriges Bestehen. Nach einem vom Verein gestalteten Gottesdienst, in dem es darum geht, wie man im Alltag als Christ erkannt wird, findet eine Gedenkfeier mit anschließendem Mittagessen statt. Gründungsmitglied Heinrich Kaspar und sein Bruder Bruno werden mit Hilfe alter Bilder einen Rückblick auf die abwechslungsreiche Geschichte des Vereins halten.

Über viele Jahre ihres Bestehens hinweg sorgte die Kolping-Familie beispielsweise als Ausrichter einer großen Fasnet-Veranstaltung für einen kulturellen Beitrag im städtischen Leben. Diese Fasnet-Veranstaltung im Grünen Baum besuchten teilweise über 200 Besuchern. In der „Bütt“ nahm damals Bruno Kaspar oftmals Blaubeurer „Missstände“ aufs Korn und sorgte für viel Heiterkeit. Ansonsten organisierte der bis zu 90 Mitglieder starke Gesellen-Verein, dem später auch Frauen beitraten, vor allem Vorträge zur Erwachsenenbildung, Bergwanderungen, Höhlenfeste im Sirgenstein, Preisschießen oder Skatturniere.

Heute noch werden ähnliche Veranstaltungen in kleinerem Rahmen regelmäßig von der Seniorengruppe des Vereins veranstaltet: Es gibt Berichte über Bergbesteigungen ebenso wie Betriebsbesichtigungen, Führungen im Ulmer Münster oder im Botanischen Garten. Allerdings macht sich bemerkbar, dass die Zahl der Mitglieder auf 44 zurückgegangen ist: „Die Kolping-Familie lebt. Aber sie ist nicht mehr so aktiv“, sagt der Vereinsvorsitzende Uwe Ponzer. Gleichzeitig ist er froh zu sehen, wie viel die Mitglieder des Vereins überhaupt noch auf die Beine stellen. Die meisten seien längst im Rentenalter und die Jüngeren der Kolping-Familie – wie er selbst – oft auch anderweitig stark engagiert.

Uwe Ponzer, der seit 1995 Vorsitzender ist, kam Ende der 70er Jahre in den Gesellenverein, als eine Gruppe von jungen Männern eine Jung-Kolpinggruppe gründete. „Wir waren und sind überzeugt vom Werk, das Kolping angestoßen hat“, sagt der Vorsitzende und verweist auf die sozialen Ziel Kolpings, etwas für junge Menschen aus weniger begüterten Familien zu tun, sie zum Lernen zu motivieren und ihrem Leben einen Sinn zu geben. Die junge Gruppe organisierte Fußball-Turniere, initiierte den bis heute bestehenden Jugend-Kreuzweg, strich das damals grau-schmutzige Ruckenkreuz oder stellte die Jugend-Treffen unter geistliche Themen. Es wurden Sozialprojekte in Südamerika und Afrika unterstützt und über 10 000 Euro für die Ausbildung eines indischen und eines nigerianischen Priesters gesammelt.

Info Die 70-Jahr-Feier der Blaubeurer Kolping-Familie beginnt mit der Messe am Sonntag, 9. Dezember um 10.30 Uhr in der Katholischen Kirche. Danach gibt es eine Gedenkfeier und Mittagessen im Johannes-Montini-Haus.

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