Am Vorabend des Heiligdreikönigtags steht bei den schwäbisch-alemannischen Narren das Häsabstauben an, damit alle Narren ordentlich daherkommen. So hielten es auch am Samstag die Gerhauser Feuerteufel. Bevor die teuflischen Narren bei den Umzügen munter durch die Gassen springen dürfen, mussten sie unter die gestrenge Augen von Masken- und Häsmeister Tobias Oelmaier, treten.

Der überprüfte Maske, Häs, Konfettibeutel und Schellengurt. Ist noch Konfetti vom letzen Jahr im Beutel oder haben die Handschuhe ein Loch? Oelmaier waltete akribisch seines Amtes, spähte auch unter die Hosenbeine – und wehe er erblickte statt ordnungsgemäßer schwarzer Socken Buntes. Bei zweien galt das Gebot der schwarzen Socken allerdings nicht: beim Tauchentle alias Manfred Kloos  mit seinen gelben Strümpfen und bei Markus Matzke. Letzterer läuft nämlich wegen des vierzigjährigen Jubiläums der Narrenzunft im Ursprungshäs der Feuerteufel.

Drei neue Narren

Auch der jüngste Nachwuchs hatte seinen Spaß. Der sechsjährige Tino durfte mit strengem Blick  die beiden obersten Feuerteufel Engelhart und Oelmaier abstauben. Die erst sechs Monate alte Emely betrachtete neugierig und ganz unerschrocken das Geschehen, hatten doch die Eltern daheim schon mal geübt.

Die neuen Feuerteufel Ina Stoicsics, Lena Bettenmann und Marcel Engelhart wurden am Samstag getauft und nach einer höllischen Aufnahmeprüfung in die Zunft aufgenommen. Zuerst schwitzten sie über kniffligen Fragen zum Verein und seiner Geschichte. Wie viele Zähne hat die Feuerteufelmaske, aus welchem Holz ist sie, oder welches Gründungsmitglied ist immer noch im Verein tätig? Dieses und anderes galt es zu beantworten.

Dann wurde den Teufelsanwärtern ein höllisch-scharfes Menue bestehend aus Gemüse-Tomaten-Chili-Suppe, einer eigenwilligen Tomaten-Mozzarella-Kreation und Berlinern mit leckerer Fischfüllung kredenzt.  Nachdem die Täuflingsmägen diese Tortur überstanden hatten, gab’s noch einen kräftigen Schwall kalten Wassers, und sie waren in die Zunft aufgenommen.

Gerhauser Zunft auf 32 Veranstaltungen


Die Fasnetsaison zieht sich in diesem Jahr bis Anfang März hin, an 32 Veranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung ist die Gerhauser Narrenzunft vertreten. Am Samstag stellen die Feuerteufel den Narrenbaum auf  und graben anknüpfend an eine frühere Tradition den Flamocus aus. Am Rosenmontag wird wie zu den Anfängen der Zunft vormittags das Rathaus gestürmt und Blaubeuren bleibt ein zwei Tage in Narrenhand.