In Blaubeuren Müll zu entsorgen, wird teurer. Für einen Ein-Personen-Haushalt steigt die Jahresgebühr um gut 8 Euro  auf 52,80 Euro, beim Zwei-bis-Vier-Personen-Haushalt von 69 Euro auf 81,60 Euro. Die Preise für die Banderolen, die man zum Leeren der Eimer braucht, gehen ebenfalls nach oben: Um 25 Cent auf 1,65 Euro bei der 35-Liter-Tonne und um 35 Cent auf 2,35 Euro beim 50-Liter-Eimer.

„Wir hätten das Ziel erreicht, die Müllgebühren stabil zu halten, wenn nicht im letzten Moment höhere Kosten bei der Thermischen Abfallverwertung Donautal aufgetreten wären“, erläuterte der Blaubeurer Kämmerer Jürgen Stoll. Der mit der Gebührenkalkulation beauftragte Stefan Kasteel von der Kommunalberatung Allevo tröstete die Räte mit Verweis auf die in den vergangenen Jahren stetig gefallenen Gebühren: „Vom Preis im Jahr 2004 sind wir immer noch weit entfernt.“ Im Jahr 2004 habe die Banderole für den 50-Liter-Eimer beispielsweise noch 2,90 Euro gekostet – jetzt liegt man bei 2,35 Euro.

Für eine emotionale Diskussion sorgte ein Antrag der Grünen: „Wir möchten, dass die Grundgebühren runter gehen und die Kosten für die Banderolen deutlich nach oben gehen“,  sagte Stadträtin Angela Bohnacker. Ziel der Grünen sei es, dass möglichst alle zum sparsamen Umgang mit Müll beitragen. Das könne man mit Hilfe der Preise unterstützen, indem man den Banderolen-Preis auf drei Euro erhöhe und gleichzeitig die Grundgebühr stark senke oder ganz abschaffe.

Blaubeuren: Grüne ziehen Antrag zurück

Kasteel erläuterte, dass die fixen Kosten bei der Müllentsorgung in Blaubeuren bisher durch die Grundgebühr abgedeckt werden, variable Kosten mit Hilfe von Banderolen. Um Rechtssicherheit zu haben, müsse man diesen Verteilungsschlüssel genau beachten.

„Die hehre Absicht seh‘ ich wohl, aber das ist zu kurz gesprungen“, kommentierte SPD-Stadträtin Christel Seppelfeld den Antrag der Grünen. Bei allzu hohen Banderolen-Gebühren sei die Versuchung groß, dass immer mehr Bürger den Müll wild entsorgen. Müllvermeidung beginne nicht beim Bürger, sondern schon in der Industrie, argumentierte Seppelfeld. Außerdem übernehme der Landkreis die Müllentsorgung ohnehin vom Jahr 2023 an. Vorher nochmals alles neu zu kalkulieren, „da steht der Aufwand in keinem Verhältnis zu dem Ertrag“, sagte Seppelfeld. Schließlich zogen die Grünen ihren Antrag zurück: „Wir lassen uns von guten Argumenten überzeugen“, sagte Stadtrat Stephan Buck. So stimmte der Gemeinderat einmütig den vorgeschlagenen höheren Abfall-Gebühren zu.