Nach 51 Stunden Fahrt über 1765 Kilometern ist der Lkw mit Hilfsgütern für die Diakonie im Kosovo in der Nacht von Donnerstag auf Freitag letzter Woche an seinem Zielort Mitrovica im Kosovo angekommen. Hinter den beiden Fahrern  Max Braun und Matthias Jörg der Firma Stöhr Logistik aus Rottenacker lag eine interessante, teilweise aber durchaus anstrengende Tour durch  acht europäische Länder, berichtet der Blaubeurer Hubert Bold, der für den Rotary-Club Ehingen/Alb-Donau die Hilfsaktion organisierte.

Nach Erledigung einer nicht unkomplizierten Zollabfertigung am Zielort  ging es zügig an das Entladen der von den Mitarbeitern der Diakonie mit Spannung erwarteten Fracht. Die dreißig Paletten wurden von etwa zehn Helfern unter Einsatz eines schon etwas betagten, aber funktionsfähigen Staplers schnell entladen. In zwei Stunden war alles erledigt und die beiden Trucker konnten die Rückfahrt antreten. Der Umfang und das breite Sortiment der humanitären Fracht war für die Diakonie Anlass  zu großer Freude. Besonders die große Menge an Kinderspielzeug und Kinderbekleidung war hoch willkommen. Neben zahlreichen Spenden aus dem privaten Bereich gilt hier besonderer Dank dem Diakonieladen in Blaubeuren, der zu diesem Bereich einen wesentlichen Anteil beigetragen hat.

Der Fahrer Max Braun ist bei aller Anstrengung froh, die Fahrt mit all ihren Erfahrungen gemacht zu haben: „Wir hatten von Regen über Sonnenschein bis hin zu Schnee und Eis alles dabei, von Korruption an Grenzen und merkwürdigen Arbeitsweisen ganz zu schweigen. Wir standen einige Male mit sehr komischen Leuten in sehr komischen Büros...“ Er war froh über einen Dolmetscher von der evangelischen Diakonie Kosovo, der die Fahrer ab der Grenze von Montenegro begleitet: „Ohne ihn wären wir einige Male aufgeschmissen gewesen.“

Traumatisierte Jugendliche

Bei der Ankunft im Kosovo wurden die Fahrer von Diakonie-Mitarbeitern sehr herzlich empfangen. Später wurden sie auch durch den Ort geführt, und sie erlebten, wie stark die Spannungen zwischen Kosovo-Albanern und Serben nach wie vor in dem Ort sind. Braun: „Ich hoffe, wir konnten einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass nun noch mehr traumatisierte Jugendliche eine Chance auf ein Arbeitsleben und somit eine bessere Lebensqualität haben.“