Wintermärchenmarkt Heimelige Suche nach Engelchen und Püppchen

Blaubeuren / Margot Autenrieth-Kronenthaler 07.12.2018

Der Wintermärchenmarkt im Blaubeurer Klosterhof hat wieder Tausende von Besuchern angelockt. Sie genossen es, sich vor historischer Kulisse in die Adventszeit einstimmen zu lassen.

Schon am Samstagnachmittag und Samstagabend wurde es zeitweise richtig dicht um die rund fünfzig Marktstände. Am Sonntag regnete es den Besuchern allerdings in den Glühwein und auf die Schupfnudeln. Etliche Marktbetreiber hatten aufgrund einer Sturmwarnung noch am Samstagabend ihre Zelte abgebrochen. Etwas schade für die sonntäglichen Besucher, die trotz Nieselregen zahlreich kamen. Der Sturm blieb glücklicherweise aus.

Eine bunte Vielfalt an Dingen war im Angebot, es gab oft kleine, dafür aber sehr feine Stände. Allesamt waren sie mit viel Kreativität liebevoll und dekorativ hergerichtet. Ob Kunsthandwerk aus Holz, Metall oder Keramik, Bekleidung aus Filz, Fell oder Wolle sowie eine unglaubliche Vielfalt aus dekorativen Gegenständen für Haus und Garten gab es da zu sehen. Mit Pesto und Honig, mit Schnäpsen, Likören und dem traditionellen heißen Blautopfwasser oder auch mit feinem Kakao-Konfekt gab es einiges Schmackhafte zu kosten.

Für die Kinder waren zwei Alpakas, ein nostalgisches Kinderkarussell oder das Lagerfeuer der Royal Rangers Anziehungspunkte. Die Besucher würdigten das besondere Ambiente und die stimmige Atmosphäre im Klosterhof. So etwa eine fidele vierköpfige Gruppe von älteren Damen aus der Gegend von Nürnberg. Am frühen Samstagabend bummelten die Teilnehmerinnen einer Busgruppe über den Markt. Anscheinend entdecken Busunternehmen den Wintermärchenmarkt im Blaubeurer Klosterhof als neues Ziel. „Wir waren heute auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt und jetzt sind wir noch hier her gekommen. Hier gefällt es uns viel besser als in Ulm“, meinten alle vier unisono. „In Ulm ist es so überlaufen, da kommt man nicht mehr durch“, klagten die Damen. „Hier ist es dagegen richtig gemütlich.“ Roswitha Rosenmayer aus Westerheim hat Mistelzweige gekauft. „Die sollen ja Glück bringen, davon kann man nie genug haben“, meinte sie. „Ich komme jedes Jahr hier her. Es herrscht hier einfach eine tolle Atmosphäre.“

Christine Schreiner aus Blaustein stellt in ihrer Puppenwerkstatt hübsche Waldorfpuppen her. „Ich bin zufrieden mit dem Zuspruch. Die kleineren Puppen  gehen viel besser. Man merkt seit einiger Zeit, dass das Geld bei den Familien nicht mehr so locker sitzt.“ Für Kinder hat die Puppenmacherin sogar kleine Verschenk-Engelchen hergestellt.

Auch Gewürzhändler Matthias Heinzelmann aus Reutlingen freute sich angesichts des guten Umsatzes an seinem Stand. „Ich bin das erste Mal hier und bin begeistert. Der Markt hier ist eine richtig feine Sache“, lobte er. „Bei mit gab es gleich einen großen Ansturm.“ Heinzelmann verkauft seine rund zwanzig Gewürzsorten in großen Reagenzgläsern, die ins Auge stechen.

Mit zur guten Stimmung trug ein Bläserensemble des Musikvereins bei, welches Advents- und Weihnachtslieder spielte. Eine Gruppe von Seminaristen nutzte die Gunst der Stunde, um mit stimmungsvollen Gesängen etwas Geld für die Klassenfahrt nach Griechenland zu sammeln. Wer loswerden wollte, was er Jahre zuvor erstanden hatte, der konnte das auf dem Weihnachtsflohmarkt versuchen.

Stille im Kloster

Das Kloster und der Klosterladen hatten dieses Jahr ebenfalls ihre Pforten geöffnet und so konnten manche Besucher vom Trubel im Klosterhof Abstand nehmen und etwas Stille und Besinnung im Kloster selber finden. Ein gutes Arrangement, das hoffentlich fest ins Programm aufgenommen wird.

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