Wirtschaft Hauskauf zugunsten fest angestellter Arbeiter

Die Sonderbucher Kneipe hätte erhalten blieben können, sagt der neue Besitzer.
Die Sonderbucher Kneipe hätte erhalten blieben können, sagt der neue Besitzer. © Foto: Volkmar Könneke
Sonderbuch / Thomas Spanhel 07.09.2018

Am vergangenen Montag hat Dietmar Heigl, Geschäftsführer des Blaubeurer Unternehmens Heigl Industrieschweißerei, das Gebäude mit der bisherigen Sonderbucher Kneipe Bräustüble endgültig vom bisherigen Pächter Alexander Bührle übernommen. In diesem Zusammenhang hat Dietmar Heigl einige Sachverhalte richtig gestellt, die in dem Anfang August erschienen Blaumännle-Artikel „Ende einer Kultkneipe“ falsch berichtet wurden. Anders als damals geschrieben habe Bührle eine Netto-Pacht von 1150 Euro und keine 1400 Euro für das ganze Haus mit Doppelgarage bezahlt. Also nicht nur für die rund 150 Quadratmeter große Kneipe, sondern auch für die rund 150 Quadratmeter große Wohnung im Obergeschoss des Hauses. Bührle selbst wohnte allein in der Wohnung, hatte aber ein Zimmer in der Wohnung selbst für 20 Euro pro Tag zeitweise an einen Monteur vermietet, berichtet Heigl und wird darin auch von Bührle bestätigt.

Heigl wollte die Wohnung des Hauses eigentlich schon zum Anfang Juni beziehen, und hatte sie entsprechend gekauft, um darin Mitarbeiter unterzubringen. Die Kneipe selbst hätte durchaus weiterbetrieben werden können – bei Einigung über die Pacht und Gestaltung, sagt Heigl. Aufgrund der Erfahrungen mit Alexander Bührle war ihm aber klar, dass „es mit ihm als Partner nicht geht“. „Ich habe dann einzelne Stammgäste nach Erwerb im März gefragt, wie es mit der Kneipe weitergehen könnte“, berichtet Heigl. „Ich weiß, dass das ein sensibles Thema ist im Ort, und ich wollte niemandem die Wirtschaft einfach wegnehmen. Ich hätte mir auch vorstellen können, einen Kaffee- oder Getränke-Automaten aufzustellen.“ Leider sei aber von den befragten Gästen keine Reaktion gekommen.

Weil er einen Streit und eine Räumungsklage zwischen Besitzer und Bührle vermeiden wollte, so berichtet Heigl weiter, habe er Bührle eine Übergangsfrist bis Ende August, also bis zur Übernahme des Sportheims in Blaubeuren, eingeräumt. Um dem Pächter entgegen zu kommen, habe Heigl in der Zwischenzeit seine Arbeiter trotz abgeschlossenen Hauskaufs anderswo untergebracht. Für Bührle seien die Veränderungen jedenfalls nicht überraschend gekommen, das Haus stand schon länger öffentlich zum Verkauf, hätte von jedem erworben werden können.

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