Seit Jahren verzeichnet die Firma Heinkel Modulbau aus Gerhausen ein kontinuierliches Wachstum von bis zu fünf Prozent. Das hat sie zuletzt auf einen Jahresumsatz von 25 Millionen Euro gebracht, berichtete Geschäftsführer Thomas Ziegler bei einer Betriebsbesichtigung am Dienstag. Die Mitarbeiterzahl liegt inzwischen bei 77 – im Jahr 2000 waren es erst 53.

Umsatzsprünge wolle das Unternehmen auch gar nicht machen, erklärte Ziegler. Vielmehr sei der Betrieb an einer nachhaltigen Entwicklung interessiert – auch wegen der Mitarbeiter, denen man verlässliche Arbeitsplätze bieten wolle. Außerdem möchte die Firma eine möglichst kontinuierliche Zusammenarbeit mit den vielen Handwerkern und Zulieferern, auf die man angewiesen ist und die meist im Umkreis von 30 Kilometern sitzen, ergänzte Geschäftsführer Klaus Schenkel: „Wir sind und bleiben regional.“

„Da gilt noch der Handschlag“, kommentierte lobend Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer (CDU), die Heinkel Modulbau auf Einladung des CDU-Ortsverbands besuchte, um sich über einen typischen Betrieb aus dem deutschen Mittelstand zu informieren. Das Unternehmen ist auf die Planung und Erstellung hochwertiger, mobiler Raumsysteme und Sondercontainer in modularer Bauweise spezialisiert. In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum ständig erweitert. Für Büros und Restaurants, für Kindergärten und Schulen, für Krankenhäuser und Labore werden Raummodule ausgestattet und angeliefert. 40 000 Quadratmeter Raummodule werden auch vermietet. In Blaubeuren hatte vor fünf Jahren unter anderem der Bau eines vierten Stockwerks des Krankenhauses mit Raummodulen von Heinkel für Aufsehen gesorgt. Für die Bundeswehr oder die Flugsicherung werden spezielle Technik-Container hergestellt.

Alles begann vor rund 40 Jahren mit Baustellen-Containern. Ziegler, der 1988 als Angestellter zu Heinkel kam, erinnert sich, dass die Fertigung damals unkompliziert war. „Heute bauen wir mit hohem technischen Anspruch“, da sei die Firma ziemlich konkurrenzlos. Eine komplizierte Gebäudetechnik im Container ist schwierig herzustellen, weil viele Anforderungen von der Heizung über die Elektrizität bis zur Wärmedämmung und dem Schallschutz zu berücksichtigen sind.

Arbeit für Großkunden

So beliefert Heinkel Großkunden, Firmen wie Daimler, Teva und BASF oder öffentliche Auftraggeber. Oft ist diesen eine kurze Fertigungszeit, ein möglichst reibungsloser Bau und ein Festpreis wichtig: „Wenn wir’s auf die Spitze treiben, ist so ein funktionsfertiger Raumcontainer in acht Wochen fertig“, sagte Geschäftsführer Klaus Schenkel. Ähnlich wie im Fertighausbau werden die Raummodule so weit wie möglich in den großen Betriebshallen der Firma hergerichtet, mit Schwertransportern zum Kunden geliefert und dort meist innerhalb einer Woche betriebsfertig montiert.

Fürs Krankenhaus in Ehingen beispielsweise wurden Labore und Isolierstationen hergestellt, in Bad Boll ein Ärztehaus aufgestockt, und auch Kantinen werden in den Raummodulen möglich. Ein guter Kunde sei die Bundeswehr, war zu erfahren. So wurde ein Container, der wie alle anderen 180 Tonnen aushalten muss, als Feldküche für 660 Soldaten eingerichtet – inklusive Geschirrspülmaschine. Andere Bundeswehr-Container müssen elektromagnetisch abgeschirmt sein, damit Informationen nicht abgehört werden können. Manche der Container kommen nach Jahren aus Mali zurück, um generalüberholt nach Afghanistan zu gehen.

Was sich die Firma von der Politik erwartet? „Weniger Vorschriften beim Bauen“, sagt Ziegler. Bei den vielen Vorschriften zu Brandschutz, Musterbau, Dämmwerten: „Da drehen Sie durch.“ Die vielen Vorgaben machen das Bauen teurer: „Es kann sein, dass wir ein Raummodul in einem Bundesland fast ohne Brandschutzvorgaben aufstellen, einige Kilometer weiter müssen wir aber die höchsten Brandschutzvorgaben erfüllen“, berichtet Schenkel.

Langjähriges Familienunternehmen


Struktur Die Heinkel Modulbau GmbH mit Sitz in Blaubeuren ging im Jahr 2000 aus dem 1945 gegründeten Familienunternehmen Heinkel Fahrzeugbau und der Firma Heinkel Medizinsysteme hervor. Im Jahr 2000 übernahm Horst Hasselbacher den Modulbau-Bereich mit 53 Mitarbeitern, heute arbeiten 77 Personen in dem Betrieb, der von Horst Hasselbacher, Klaus Schenkel und Thomas Ziegler geleitet wird.