Der Gelbe Sack soll in Blaubeuren auch künftig zum Einsammeln von Leichtverpackungen verwendet werden. Das hat der Blaubeurer Gemeinderat einstimmig beschlossen. Damit folgt er in seiner Entscheidung vielen anderen Gemeinden im Kreis, die sich derzeit aufgrund einer Umfrage des Landratsamtes zwischen dem Gelben Sack und der Gelben Tonne entscheiden soll. Hintergrund sind anstehende Vertragsverhandlungen mit den Betreibern des Dualen Systems. Der Gelbe Sack funktioniere „richtig gut“ und füge sich insgesamt auch ins Stadtbild ein, begründete Kämmerer Jürgen Stoll das Votum für die Stadtverwaltung. Er sei leicht zu transportieren, eine gewisse Kontrolle des Inhalts sei möglich. Anfängliche Befürchtungen, die Gelben Säcke würden aufreißen und sich Säcke und Müll unansehnlich in der Stadt verteilen, hätten sich nicht bestätigt.   Ein Nachteil der Gelben Tonne sei, dass diese nur alle vier Woche geleert werde und deshalb hygienische Probleme mit sich bringen könne. Bürgermeister Jörg Seibold gab außerdem zu bedenken, dass bei der Einführung einer Gelben Tonne zusätzliche Stellplatz nötig werde, der in der Altstadt teilweise nicht vorhanden ist.

Hygiene als ein Argument

Es gebe kaum Beschwerden über den Gelben Sack und man habe sich an die zweiwöchige Abfuhr gewöhnt, begründete die CDU-Fraktion, weshalb sie für den Gelben Sack votiere, argumentierte Stadtrat Reiner Baur. Obwohl sie persönlich eher zur Tonne stehe, sei der Gelbe Sack hygienisch „sicherlich sinnvoller“, sagte Christel Seppelfeld, Sprecherin der SPD. Auch Markus Gebhardt (Freie Wähler) hätte persönlich lieber die Gelbe Tonne, votierte aber ebenso wie seine Fraktion für den Sack, nachdem seine Tochter ausgerechnet hatte, dass man über 25 Jahre einen Gelben Sack nutzen kann, bevor man so viel Plastik wie bei einer Gelben Tonne verbraucht habe.

Frieder Bohnacker (Grüne) griff das Plastik-Recyceln grundsätzlich an und forderte mehr Anstrengung, Verpackungen ganz zu vermeiden.