Der Kirchenchor Markbronn-Pappelau hat einen neuen Chorleiter. Klaus Brandenburg dirigiert zukünftig den 22-köpfigen Chor. Er tritt damit die Nachfolge von Raimund Wanner an, der zwanzig Jahre dieses Amt inne hatte. „Wir sind Herrn Wanner sehr dankbar für sein langjähriges Engagement“, betont Chormitglied Brunhild Federle.

„Wir sind sehr froh, dass wir jemanden gefunden haben, und es weiter geht.“ Mit Klaus Brandenburg hat ein gebürtiger Münchner aufs Hochsträß gefunden.      Der studierte Cellist und Allroundmusiker hat es aus beruflichen und privaten Gründen schon vor langer Zeit ins Schwäbische verschlagen. Er lebt in Dornstadt und hat seit 1984 allerhand Chöre geleitet. Vom Kinder-, Jugend-, Gospelchor bis hin zu gemischten Chören, Kirchen- und Frauenchören. Der 70-Jährige betreut derzeit noch den Kirchenchor Beimerstetten, einen gemischten Chor in Weidach und einen Frauenchor in Neenstetten.

Pfarrerin Ellen Deutschle stellte die Verbindung. „Er hat am Telefon nicht gleich Nein gesagt, hat ihr Frau Deutschle mitgeteilt“, erinnert sich Brunhild Federle. Und nach einem Probedirigat konnte die Sache festgezurrt werden. „Mit ausschlaggebend war, dass er als Mann die Männerstimmen unterstützen kann.“ Bei drei Tenören und drei Bassstimmen kann natürlich schon mal Not an Mann und Sänger sein.

Aushilfe bei den Männern

In den Männerstimmen auszuhelfen, sei kein Problem, sagt Brandenburg. Weitere seiner Schwerpunkte: „Ich lege bei der Chorarbeit Wert auf die Intonation, die Artikulation und die Disziplin. Auch das Einsingen, die Stimmbildung und dass die Chormitglieder aus sich rausgehen, das ist mir wichtig. Und die Geselligkeit. Es muss Spaß machen. Wenn was gefeiert wird, dann mache ich da natürlich mit“, sagt der neue Dirigent. In Bezug auf die künfige Chor-Literatur ist er offen für Wünsche und Vorschläge: „Es muss halt zum Chor passen. Meist ist eine gute Mischung von klassisch bis modern das Richtige.“

Einen Wermutstropfen bat es für die Mitglieder des Chores: Man musste vom Donnerstag als Probentag umsteigen auf den Freitag. „Das war ein richtiger Kampf und ist ein schwerer Einschnitt“, berichtet Brunhild Federle. „Das ist uns nach fast vierzig Jahren sehr schwergefallen. Zwei Chormitglieder können jetzt nicht mehr kommen, aber anders ging es nicht.“

Den Kirchenchor Markbronn-Pappelau gibt es seit 1980. Im nächsten Jahr steht das 40-jährige Jubiläum auf dem Programm. Eberhard Seiffert erinnert sich noch an die Anfänge. Entstanden ist der Chor aus einem Singkreis, der von Werner Sohn initiiert und gleitet wurde. „Da haben wir eher weltliche Lieder gesungen, auch im Krankenhaus und ringsherum. Das hat Spaß gemacht“, erinnert sich der 72-Jährige. Der Kirchenchor versucht einmal im Monat den Gottesdienst musikalisch zu umrahmen. Aber ihnen sei die Kooperation mit anderen Chören inzwischen sehr wichtig, erzählt der Tenorsänger. Er schwärmt geradezu von einem Projekt mit dem katholischen Kirchenchor Ringingen, mit dem man drei Auftritte gemeinsam bestritt. „Da haben wir tolle Sachen gesungen. Das hätte man sich vor 30 Jahren noch nicht vorstellen können, dass wir mit dem katholischen Ringingen was gemeinsam machen.“

Eberhard Seiffert spielt damit auf die historisch bedingte Glaubensgrenze zwischen Pappelau und Ringingen an. „Wir haben super harmoniert, es hat viel Spaß gemacht,“ ergänzt Brunhild Federle. „Aber von der Geselligkeit her können wir von den Ringingern noch viel lernen“, lacht sie.

Was auch wieder mit der Konfession zusammenhängen dürfte. Bei den Evangelischen ging und – wie es scheint – geht es immer noch etwas ernster zu. Jetzt, mit einem gebürtigen Bayern als Dirigenten dürfte da ja noch so manche Entwicklung möglich sein.

Neueinsteiger willkommen


Singzeit Der Chor trifft sich jeden Freitag um 20 Uhr im Gemeinderaum in Pappelau. Die Probe dauert mit kleiner Pause bis 21.30 Uhr. Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Infos unter Tel. (07344) 1778515 oder (07344) 919150.