Tradition Alte Glocken auf dem Weilemer Friedhof

Blaubeuren / Thomas Spanhel 09.11.2018

Dank vieler Helfer und Spender hat die Weilemer Ortsverwaltung vor kurzem zwei altehrwürdige Glocken aus dem Jahr 1922 auf dem Gemeindefriedhof anbringen lassen. Sie hängen in einem Glockengestell aus Eiche mit Schiefereindeckung.

Durch die alternativen Bestattungsformen wurde der Weilemer Friedhof aufgewertet, umgebaut und verschönert. So kam ein Ortschaftsrat auf die Idee, gleichzeitig auch den Friedhof mit Hilfe der alten Glocken zu verschönern, berichtet Ortsvorsteher Wolfgang Dieminger. Im Ortschafts- und Kirchengemeinderat fand der Vorschlag rege Zustimmung.

Die beiden Stahlglocken von 1922 waren über 46 Jahre hinweg in Scheunen, Garagen und Überdachungen gelagert, bis sie jetzt 2018 saniert wurden. Die große Glocke nannte man Kreuz- und Schiedglocke, die kleinere Glocke hatte ihre Bestimmung als Taufglocke. Beide Glocken waren in schlechtem Zustand und wurden von Fachfirmen entrostet, sandgestrahlt, grundiert und zwei Mal lackiert.

Die alten Glocken wurden 1972 von ihrem alten Standort entfernt, als man feststellte, dass der Glockenstuhl im Kirchturm in Weiler marode und instabil war. Dort hingen ursprünglich drei Glocken, die größte Glocke wurde gleich stillgelegt und später noch im Turm zerkleinert, weil sie zu große Schwingungen im Turm verursachte und starke Risse hatte.

Die anderen beiden Glocken wurden unbeschadet vom Kirchturm abgeseilt und verwahrt. Statt der alten wurden 1972 drei neue Bronzeglocken festlich geschmückt im Kirchturm angebracht und ihrer Bestimmung übergeben.

Die alten Kirchglocken hängen nun auf dem Friedhof, genutzt werden sie offiziell allerdings nicht mehr, um die Friedhofsruhe nicht zu stören.

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