Bisingen Zollernalb Klinikum will Vision umsetzen

Bisingen / Stephanie Apelt 26.01.2018
Gut 460 Mitarbeiter des Zollernalb Klinikums folgten der Einladung zum Aufbruch. Gefeiert wurde in Bisingen.

Im Zollernalbkreis wird derzeit über ein mögliches Zentralklinikum auf der grünen Wiese diskutiert. 1100 Mitarbeiter an den beiden Krankenhausstandorten des Zollernalb Klinikums, Albstadt und Balingen, sind davon ganz direkt betroffen. Die Jahresauftaktfeier des Klinikums – schon das etwas Neues – sollte nicht weniger als den Aufbruch in eine neue Ära kennzeichnen.

Gut 460 Mitarbeiter hatten am Mittwochabend Zeit, die Einladung in die Hohenzollernhalle nach Bisingen anzunehmen; der Klinikbetrieb durfte ja schließlich nicht darunter leiden. Bislang war stets zu Weihnachten abwechselnd an den Standorten Albstadt und Balingen gefeiert worden. Bisingen liegt zentral und neutral.

Eine Vision – in einem Satz

Es ging um Veränderungen – und den Mut, den es dazu braucht. Landrat Günther-Martin Pauli bedauerte die teils doch sehr emotionale und sehr unsachlich geführte Klinikdebatte.

Stand der Dinge ist: Im Dezember hatte der Kreistag die Kreisverwaltung damit beauftragt, die Aufnahme in den Landeskrankenhausplan zu beantragen. „Denn ohne Zuschüsse des Landes geht gar nichts“, weiß auch Pauli. Für einen derartigen Antrag aber brauchte es zumindest mal einen Standort. Die Kreisräte stimmten mehrheitlich für Dürrwangen. Irgendwann muss dann im Kreistag entschieden werden: Was will man, und was kann der Kreis sich leisten.

Dr. Gerhard Hinger, seit August Vorsitzender Geschäftsführer, und Prof. Dr. Michael Bitzer, Ärztlicher Direktor, bemühen sich, die Mitarbeiter auf neuen Wegen mitzunehmen und entsprechend zu motivieren. Für den Abend in der Bisinger Hohenzollernhalle war mit Theo Eißler sogar eigens ein, durchaus amüsanter, Motivations- und Kommunikationstrainer engagiert worden. Eißler war es auch, der das Zentralklinikum kommunikativ bei der Entwicklung des „Visions-Satzes“ begleitet hat. Diese Vision, gemeinsam von und mit  den Beschäftigten des Klinikums erarbeitet, lautet: „Stellen Sie sich ein Klinikum vor, in dem Menschen im Zollernalbkreis keine Nummer sind, sondern so persönlich und verantwortlich behandelt, gepflegt und versorgt werden, dass es für sie zur ersten Adresse der medizinischen Nahversorgung wird.“ Das ist der Anspruch. Um diesem gerecht zu werden, werde jeder gebraucht, mit optimaler Motivation, appellierte Bitzer. Ressourcen und Prozesse müssten weiter optimiert werden. Dafür sei es auch zwingend notwendig, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Häusern, Albstadt und Balingen, verbessert werde. „Das Ihr und Wir ist noch zu stark.“

Zukunft braucht Mut

Wenn jeder mitziehe, versprach Kommunikationsexperte Eißler, werde ein Umfeld geschaffen, das begeistere – Mitarbeiter und Patienten gleichermaßen.

Aber auch den Jubilaren (für zehn, 25 und 40 Jahre) und Ruheständlern gehörte der Abend. Manfred Heinzler, Kaufmännischer Geschäftsführer, bat diese auf die Bühne. Sein Gruß ging dabei an alle, die an diesem Mittwoch in Bisingen nicht dabei sein konnten, weil sie eben arbeiteten.

Kulinarisches (serviert vom Küchen-Team des Zollernalb Klinikums und der Lebenshilfe Zollernalb) rundete die Feier, begleitet von einem Klarinettenensemble der Musikschule Hechingen, ab.