Bisingen / Stephanie Apelt

Sie sind rund um die Uhr für andere da, rücken aus, wenn es brennt, leisten technische Hilfe, holen die Katze vom Baum. Damit das auch weiterhin reibungslos geleistet werden kann, braucht die Bisinger Feuerwehr Verstärkung – und zwar in allen Bereichen. „Wir haben keine akuten Probleme“, sagt Feuerwehrkommandant Dieter Fecker, „aber wir halten den demografischen Wandel nicht auf und wollen entsprechend vorsorgen.“

Wer sich also für die Feuerwehr interessiert: „Wir sind liebend gerne bereit, jemanden aufzunehmen und auszubilden.“ Die Kosten für die Ausbildung werden dabei übernommen, es gibt sogar eine Pauschale fürs Essen und Trinken während der Lehrgänge.

Die Feuerwehr fängt schon bei den Kindern an. Ab sechs können Mädchen und Jungen dabei sein. In der Bambini-Gruppe wird die Feuerwehr kennengelernt, es geht darum, Spaß in der Gruppe zu haben.

In die Jugendfeuerwehr wird dann auch schon mal ein Löschangriff geübt. Mit 18 Jahren kann in die Reihen der Aktiven gewechselt werden.

Gerne nimmt die Bisinger Feuerwehr Wiedereinsteiger und Quereinsteiger auf. Vielleicht gibt es Feuerwehrleute oder THWler, die nach Bisingen zugezogen sind.

Willkommen ist aber auch, wer bislang mit der Feuerwehr nichts zu tun hatte. 70 Stunden dauert die Grundausbildung zum Truppmann, ab da wird man/frau zum Einsatz mitgenommen. Mit noch einmal 35 Stunden Grundausbildung ist der Truppführer geschafft. Alle weiteren Lehrgänge bauen darauf aus, richten sich nach Neigung, vielleicht möchte der eine eher einen Motorsägelehrgang besuchen, andere lassen sich als Atemschutzträger trainieren.

Frauen willkommen

Was erwartet einen bei der Feuerwehr? „Eine sehr, sehr gute Kameradschaft“. Das ist Dieter Fecker besonders wichtig. „Man trifft sich gegenseitig und hilft sich in allen Belangen.“ Feuerwehrleute haben eine fundierte Ausbildung unter anderem im technischen und medizinischen Bereich, so etwas ist immer nützlich.

Die Frage übrigens, wie es mit Frauen bei der Feuerwehr steht, stellt sich für den Bisinger Kommandanten gar nicht. Für ihn ist es selbstverständlich, Frauen in den Reihen zu haben, ob als Atemschutzträgerinnen oder Maschinistinnen.

Wie viel Einsatz im Feuerwehrdienst steckt, wissen und schätzen die Bisinger Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat. Hoch gesetzt wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Entschädigungen für die Einsätze sowie für die Aus- und Fortbildungslehrgänge. Die Bürgermeister im Kreis haben sich zusammengesetzt, um eine einheitliche Regelung zu finden. Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand über Gemeindegrenzen hinweg. Das sollte gleich behandelt werden.

Zuletzt 2013 hatten sich die Städte und Gemeinden im Zollern­albkreis darauf verständigt, die Entschädigungen bei Einsätzen einheitlich auf zehn Euro pro Stunde festzulegen. Nun hat man sich auf eine gemeinsame Anhebung geeinigt. Diese soll rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres auf zwölf Euro pro Stunde und dann zum 1. Januar 2021 auf 14 Euro pro Stunde erfolgen. Dann wird man sich wieder zusammensetzen.

Die Bisinger Verwaltung hat das zum Anlass genommen, auch die Entschädigungen für Funktionsträger – vom Feuerwehrkommandanten bis zum Jugendfeuerwehrwart – und die Kostensätze für Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr zu aktualisieren.

Alles zusammen werden die Mehrkosten für die Gemeinde bei rund 7300 Euro pro Jahr liegen. Doch der Einsatz der Frauen und Männer der Feuerwehr verdienen eine entsprechende Honorierung, sind sich die Gemeinderäte und Ortschaftsräte einig. „Mehr Wertschätzung kommt zum Ausdruck, auch wenn man es in Geld sowieso nicht aufwiegen kann“, so Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger. Schließlich sollen die Bisinger weiterhin ruhig schlafen können.

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Männer und Frauen leisten bei den Feuerwehren in Bisingen ehrenamtlich Dienst. Hinzu kommen die Kinder und Jugendlichen in der Bambini- und der Jugendabteilung.