Bisingen Warum die Tanne perfekt an den Albtrauf passt

Bisingen / Stephanie Apelt 02.10.2018
Bisinger Gemeinderäte, Ortschaftsräte und Jäger schauten sich gemeinsam mit Forstdirektor Hermann Schmidt im Gemeindewald um.

Die Tanne passt perfekt an den Albtrauf. Sie wurzelt tiefer als die Fichte, kann daher besser Wasser ziehen. Und gerade weil sie tiefer im Boden verankert ist, bietet sie diesem Schutz, hält Rutschungen ab. Und im Gegensatz zur Fichte kommt die Tanne auch noch prima mit der Buche klar.

Doch so gerne Forstdirektor Hermann Schmidt die Tanne im Bisinger Gemeindewald sehen würde, noch ist der Bestand viel zu gering, als dass dieser sich selbst durchsetzen könnte. Die Tanne ist auf menschliche Hilfe angewiesen.

Um das den Gemeinderäten und Ortschaftsräten vor Augen zu führen, hatte Forstdirektor Schmidt für den alljährlichen Waldbegang drei verschiedene Standorte ausgesucht.

Jagd das beste Mittel

Zunächst ging es auf Gemarkung Zimmern. Dort findet sich ein schöner Altbestand aus Tannen und Buchen sowie Fichten. Die Buche wächst natürlich nach, bei der Tanne wurde im Schutz des Altbestandes vom Forst nachgeholfen. Das aber ist teuer, denn das Wild frisst nur allzu gerne die zarten Tannentriebe. Ziel Schmidts ist: „Die notwendige Naturverjüngung von Tanne muss auch ohne aufwändigen Schutz möglich sein.“

In einem anderen Stück Wald wurde 2003 rund acht bis zehn Meter Zaun um junge Weißtannen gelegt. Die Bäumchen wachsen gut, sind zwischen einem halben und eineinhalb Meter hoch. Und außerhalb des Zauns? „Da ist nichts“, so Schmidt. Da eben habe das Wild alles weggefressen.

Manchmal ummantelt der Forst junge Pflanzen mit Plastikgitterstäben. Doch die sind erstens richtig teuer, nehmen zweitens der Pflanze zu viel Licht weg. Einen richtig großen Zaun um die Neuanpflanzungen zu ziehen, nutze laut Schmidt übrigens nichts. Bäume oder dicke Äste fallen drauf, drücken den Zaun ein, das Wild kommt durch. Was bleibt also? Für Forstdirektor Schmidt ganz klar: „Es sollte mehr gejagt werden.“ Wie gut das funktionieren kann, zeigte er an einer dritten Stelle im Wald, den Stich hinauf. Vor gut acht Jahren wurde hier die Bejagung geändert. Folge: Die Tannen wachsen nicht mehr nur innerhalb des Zauns, sondern genauso auch außerhalb.

„Das Potenzial für die Tanne ist da“, sagt Schmidt. Sie bräuchte nur den richtigen Anschub, damit sie eine Chance bekommt. Ist ein ordentlicher Tannenbestand vorhanden, dann sei die Tanne gar nicht mehr zu bremsen.

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