Thanheim / Konrad Flegr  Uhr
Beim Thanheimer Dorffest herrschte zwei Tage lang Hochstimmung. Das Publikum genoss und bestaunte Kunsthandwerk, Musikanten und Traktoren.

Wenn beim diesjährigen Thanheimer Dorffest überhaupt etwas gelegentliche Kritik hervorrief, war es die schier unerträgliche Temperatur. Die Maurochen, so der Übername der Thanheimer, stehen ja im Ruf, immer das schönste Wochenende im Jahr für sich zu pachten. Heuer war es diesbezüglich fast zu viel des Guten. Ansonsten war alles vom Feinsten: das Programm, die Stimmung und die beteiligten Künstler.

Bei tropischen Temperaturen verweilten wieder extrem viele Gäste in der Thanheimer Ortsmitte und genossen zwei Tage lang neben den gastronomischen Angeboten die zahlreichen abwechslungsreichen Attraktionen, die quer über die Festmeile geboten waren.

Polka und Pop

Den Auftakt machte die Musikkapelle Mössingen mit hervorragendem musikalischen Können und einem gut abgeschmeckten Programm aus Polkas, Märschen und poppigen Titeln, die für durchgängig gute Laune sorgten. Danach machte die Combo „Lieder à la carte“ ihrem Namen alle Ehre und spielte nach dem Juke-Box-Verfahren Ohrwürmer verschiedenster Gattungen aus fünf Jahrzehnten bis in den Morgen des zweiten Festtages hinein.

Die beliebte Traktorenparade mit abermals wenigstens 200 sehenswerten Vehikeln bildete wieder den Startpunkt am Sonntag. Bürgermeister Roman Waizenegger hatte sichtlichen Spaß daran, dazu Thanheimer, aber auch viele Dorffest-Freunde von auswärts willkommen zu heißen. Der bunte Kunsthandwerkermarkt, der noch um einen Floh- und Trödelmarkt erweitert worden war, ließ mannigfach die Augen vor Bewunderung übergehen und sorgte mit witzigen Produkten oft auch für befreiende Heiterkeit.

Eine Hüpfburg und eine Kinderschmink-Ecke, die Gemälde-Ausstellung von Uwe Werni und die Angebote der Thanheimer Vereine sowie des Kindergartens, die gastronomisch an nichts fehlen ließen, sorgten dafür, dass die gute Laune bis zum Ende des Dorffestes anhielt.

Eine Idee und ihre Geschichte

Ursprung Ursprünglich war das Thanheimer Dorffest als Gemeinschaftsaktion aller örtlichen Vereine gedacht, um Geld für die zur Sanierung der Thanheimer Friedhofskapelle zu sammeln. Erstmals gefeiert wurde im Jahr 2002. Die geschichtlich bedeutsame Kapelle ist längst saniert, das Dorffest hat sich zum zentralen Feierereignis entwickelt. Traditionsbewusstsein einerseits und Offenheit für immer neue kreative Ideen andererseits sind Garanten für den ungebrochenen Zuspruch.