Betreuungsverein Tipp nicht nur für Betreuer: Bloß nicht das Lachen verlernen

Lachen ist gesund, diese Botschaft brachte Humortherapeut Michael Falkenbach (l.) beim Betreuertag in Bisingen unterhaltsam nahe. Holger Klein, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Zollernalb, zeigte sich vollauf überzeugt.
Lachen ist gesund, diese Botschaft brachte Humortherapeut Michael Falkenbach (l.) beim Betreuertag in Bisingen unterhaltsam nahe. Holger Klein, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Zollernalb, zeigte sich vollauf überzeugt. © Foto: Elisabeth Wolf
Elisabeth Wolf 13.10.2017

Der Betreuungsverein der Stiftung Lebenshilfe Zollernalb und der SKM Zollern hatten zum Betreuertag in die Bisinger Hohenzollernhalle eingeladen. Angesprochen waren alle Betreuer, die im Zollernalbkreis tätig sind, mit ihren Partnern. Die große Halle war sehr gut gefüllt.

Nach einem kleinen Imbiss, serviert von den Mitarbeitern der Lebenshilfe, begrüßte Dorothee Müllges, Sozialdezernentin des Landratsamtes Zollernalbkreis, die Gäste, natürlich auch im Namen von Gabriele Kreiß, Vorsitzende des SKM, und Holger Klein, Vorsitzender des Betreuungsvereins Lebenshilfe Zollern­alb und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe Zollern­alb.

1500 rechtliche Betreuungen

Derzeit werden im Zollernalbkreis über 1500 Personen rechtlich betreut. Oft übernehmen Verwandte, Bekannte oder Ehrenamtliche diese Aufgabe. Lediglich in einem Viertel der Fälle werden hauptamtliche Betreuer eingesetzt. Im Jahr 2016 wurden 287 neue Betreuungen eingerichtet, davon wurden 215 ehrenamtliche und 77 Betreuungen durch die hier vertretenen Betreuungsvereine und Berufsbetreuende übernommen. Sie unterstützen Menschen mit Handicap, mit psychischen Beeinträchtigungen, pflege­bedürftige und alte Menschen. Menschen die Hilfe und Schutz brauchen.

Der Betreuungsverein der Lebenshilfe Zollernalb hat sich auf Ehrenamtliche spezialisiert, die geistig behinderte Menschen betreuen. Der SKM Zollern (Katholischer Verein für soziale Dienste im Dekanat Zollern e.V.) widmet sich eher Betreuenden, die psychisch erkrankten und älteren Menschen helfen. Beide Vereine vermitteln ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer, bieten Beratung und Begleitung an, Seminare zur Aus- und Fortbildung, und leisten damit einen wichtigen Beitrag, um ehrenamtliche Betreuung erst möglich zu machen.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Betreuungsvereinen und der Betreuungsbehörde des Kreises sei, so Dorothee Müllges, eine zuverlässige und vertrauensvolle Partnerschaft. Die Sozialdezernentin nutzte die Gelegenheit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungsbehörde vorzustellen. Thomas Zizmann ist der neue Leiter der Betreuungsbehörde, er wurde von seinen Kolleginnen, Karin Manz und Angela Götz begleitet.

Doch so ernst das Thema Betreuung auch ist, mit Humor geht alles besser, wie Michael Falkenbach, seines Zeichens Humor­therapeut, bewies. Sein Motto lautet: „Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht – mit Humor mühelos Stress abbauen.“  Falkenbach, Jahrgang 1960, ist seit 2002 als Humortherapeut. tätig. Ihn buchen Reha-Kliniken im ganzen Land.

Dabei sieht sich der Humor­therapeut selbst als Therapie-Optimierer, keinesfalls als Konkurrenz zur Therapie. Sein Vortrag ist ein Mix aus Witzen und Tipps fürs Leben. Am allerliebsten wäre es ihm, wenn es ihm gelänge,  dass seine Zuhörer ihre Fehler und auch ihr Scheitern annehmen und sogar darüber lächeln könnten.

Kinder lachen bis zu 400-mal am Tag, Erwachsene tun es vielleicht noch 20-mal. „Wir haben das Lachen verlernt“, so Falkenbach. Sein Rat: Ein bis zweimal die Woche etwas Lustiges im TV anzuschauen. Öfter lächeln sei auch ein Schritt, um die Lachmuskeln zu trainieren.

Die Gäste genossen den Abend in der Bisinger Hohenzollernhalle. Viele Male wurde dabei auf den Rat des Humortherapeuten gehört und gemeinsam herzlich gelacht.

Wenn Menschen Hilfe brauchen

Vom Betreuungsrecht betroffen sind erwachsene Menschen, die wegen einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln können und deshalb auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Oft sind betagte Menschen betroffen, eine Betreuung kann aber auch für junge Menschen nötig werden.