Bisingen Sommerboten finden in der „Rose“ ein Zuhause

Claus Hild (l.) freut sich: Wieder hat jemand, in diesem Fall Armin Haspel, ein Herz für Schwalben entdeckt.
Claus Hild (l.) freut sich: Wieder hat jemand, in diesem Fall Armin Haspel, ein Herz für Schwalben entdeckt. © Foto: Jörg Wahl
Bisingen / Jörg Wahl 22.03.2018
Das Gasthaus „Rose“ in Bisingen ist ein schwalbenfreundliches Gebäude. Dafür gibt es ein Zertifikat.

In die Liste „Schwalbenfreundliches Haus“ wurde das Gasthaus „Rose“ in Bisingen aufgenommen. Sechs Schwalbennester warten darauf, dass die Sommerboten einziehen.

Zwei Nester waren an der „Rose“ unterhalb der Dachrinne schon seit längerer Zeit vorhanden. Eigentümer Armin Haspel holte sich fachmännischen Rat bei Claus Hild, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Bisingen-Grosselfingen. Und Hild erklärte, dass es bei mindestens fünf Nestern  die Zertifizierung „Schwalbenfreundlichen Haus“ gibt. So wurden kurzerhand aus zwei nun sechs Nester, wegen der Besucherterrasse etwas versetzt und mit einem Kotbrett an der Hausfassade unter dem Dachvorsprung angebracht. So sei gewährleistet, dass keine überraschenden Verschmutzungen aus luftiger Höhe zu erwarten seien, sagt Haspel. Der naheliegende Klingenbach bietet den Schwalben zudem ein gutes Jagdrevier.

Schwalben brauchen tatkräftige Unterstützung

Der Naturschutzbund (Nabu) weist mit dem Projekt „Schwalbenfreundliches Haus“ seit 2010 auf die Nöte der flinken Flugkünstler hin. In dieser Zeit hat der Nabu bereits 1000 Plaketten in alle Teile Baden-Württembergs versendet und auch viele Privathäuser ausgezeichnet.

Leider fällt es Schwalben selbst in ländlichen Gegenden immer schwerer, ein Nest zu finden oder zu bauen. Es gibt zu wenige Häuser, an denen Schwalben ungestört brüten dürfen. Dabei ist das Entfernen von Schwalbennestern verboten. Und die Verschmutzung fällt kaum ins Gewicht, wenn man ein Kotbrettchen unter den Nestern montiert. Durch die zunehmende Asphaltierung von Feldwegen, die Befestigung von Flussufern und die zunehmende Versiegelung von Flächen finden die kleinen Glücksboten zudem immer weniger Lehmpfützen, um ihre kunstvollen Nester zu bauen. Auch die Nahrung der Schwalben wird immer knapper: Durch den massiven Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft sowie durch steigende Hygienestandards in Ställen gibt es immer weniger Insekten für die kleinen flinken Vögel.

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