Die Thanheimer Musiker wagten diesmal ein außergewöhnliches Experiment, das sich als glänzende Idee entpuppte: Ihrem traditionellen Jahreskonzert verliehen sie mit dem Motto "Wilder Westen" ein völlig neues Gesicht. Die Hohenzollernhalle wurde kurzerhand zum Saloon umfunktioniert, Marterpfahl, Kaktusse und Stetson-Hüte sorgten für echtes Prärie-Flair. Als Gäste konnten die Line-Dance-Gruppe "Shooting Boots Zollernalb" sowie die Bläserklasse der Bisinger Schule gewonnen werden. An der Saloon-Bar bewirtete die Thanheimer Narrenzunft Maurochen. Lohn für die vielen Mühen waren zahlreiche Besucher, die die Hohenzollernhalle bis auf den letzten Platz füllten.

Der Vorsitzende Frank Endress lud zu einer Reise durch den Wilden Westen ein, die mit vielen bekannten Filmmelodien gewürzt wurde. Durch das Programm führte Walter Kästle, der kurzweilig über die Hintergründe der ausgewählten Stücke informierte.

Äußerst sattelfest zeigten sich die jungen Musiker der Bisinger Bläserklasse an ihren Instrumenten. Unter der Leitung von Stefanie Strobel trugen die Nachwuchs-Cowboys und -girls gekonnt die Western-Klassiker "Oh Susanna", "Carry me back to old Virginia" und "Daisy" vor und ernteten viel Applaus.

Unter der Leitung von Dirigent Erwin Nehlich eröffnete die Musikkapelle Thanheim ihr abwechslungsreiches Programm mit "Silverado" und stellte mit der majestätischen Filmmelodie zum gleichnamigen Western sofort ihre Klasse unter Beweis. Dem in nichts nach stand das Stück "Cowboys", das vor dem geistigen Auge der Zuhörer schnell den Viehtreck von Kult-Cowboy John Wayne auferstehen ließ und mit seinen Tempi-Wechseln mal an galoppierende Pferde, mal an Lagerfeuerromantik erinnerte.

Impressionen des amerikanischen Square-Dance gab es bei "Hoedown", einem Satz aus den "Symphonic-Dances" des japanischen Komponisten Yosuke Fukuda, bei dem Sibylle Nehlich mit einem fulminanten Klarinetten-Solo zu überzeugen wusste. Ein Höhepunkt des ersten Konzertteiles waren die "Moments for Morricone", eine Hommage an den großen Ennio Morricone, der weltberühmte Melodien zu Filmen wie "Drei glorreiche Halunken" oder "Spiel mir das Lied vom Tod" komponierte. Als "Special Guest" trat hier André Endress mit der Mundharmonika auf, der als einsamer Cowboy die melancholische Melodie intonierte.

Noch mehr Filmmusik erklang beim oscarprämierten "Dances with Wolves", bei dem Trompeter Martin Schwellbach und Hornist Arndt Endress mit Soli ihr Können zeigten. An die beliebte 60er-Jahre- Fernsehserie "Bonanza" wurde ebenso erinnert wie an den Klassiker "Winnetou und Old Shatterhand", dessen weltbekannte Melodie gemeinsam mit den von Jörg Strobel zusammengeschnittenen und auf Großleinwand eingeblendeten Filmsequenzen Erinnerungen weckten. Bei "Ghostriders in the Sky", das von sieben Musikern auf Blechblasinstrumenten gespielt wurde, hatten die "Shooting Boots Zollernalb" mit ihrem Leiter Ralf Hautmann ihren großen Auftritt. Vor der Bühne begeisterten sie mit ihrer beeindruckenden Line-Dance-Choreographie.

Für den gelungenen Abschluss des außergewöhnlichen Konzertes sorgten alle Protagonisten gemeinsam, denn bei "Take me home, Country Roads" durfte auch die Bläserklasse noch einmal ran und zusammen mit den Aktiven den Auftritt der Line-Dancer musikalisch umrahmen. Dem Beifallsturm des Publikums schloss sich eine Western-Party an, bei der noch ausgiebig getanzt werden konnte.