Grosselfingen Polizei warnt Eltern vor Gefahren im Netz

Schulleiterin Kristina Staiger freute sich, Kriminaloberkommissar Axel Heiner als Referenten zu haben.
Schulleiterin Kristina Staiger freute sich, Kriminaloberkommissar Axel Heiner als Referenten zu haben. © Foto: Bernd Ullrich
Grosselfingen / Bernd Ullrich 06.06.2018
Axel Heiner referierte in der Grosselfinger Hainburgschule über Gefahren im Internet.

In einem sehr dichten und hoch informativen Vortrag informierte Kriminaloberkommissar Axel Heiner von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Balingen in der Grosselfinger Hainburgschule Eltern über Gefahren des Internets.

„Die Kinder kommen immer früher in Beziehung mit den digitalen Medien“, meinte Schulleiterin Kristina Staiger. Man könne und dürfe sich den neuen Medien nicht verschließen, zumal die Mediennutzung für die Kinder im Bildungsplan der Grundschule seit 2016 verankert ist, erklärt sie im Gespräch. Man könne das Medium durchaus positiv nutzen (wofür es ja eigentlich gedacht war), doch berge es leider auch Gefahren. Jede Erfindung oder Entwicklung, so gut sie gemeint sei, kann auch missbraucht werden. Da die Entwicklung immer weiter voran schreite, müsse man „stets am Ball bleiben.“

Eines der Kernprobleme dürfte wohl sein, Kinder und Jugendliche dahin zu führen, dass sie einen gesunden, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit den Medien erlangen. „Das Medium beherrschen oder sich beherrschen lassen?“ sollte keine Frage sein.

Axel Heiner konnte eine ganze Reihe von Beispielen aufzählen, die nachweislich auf Nebenwirkungen einer unkontrollierten Nutzung der Medien zurückzuführen seien. Die Bandbreite reiche vom Rückgang des Lesens  über soziale Isolation bis hin zu Aufmerksamkeitsstörungen und zu Suchtmerkmalen. Der Einzug der neuen Medien habe auch Familien und Beziehungen verändert, oft zu Lasten der persönlichen Kommunikation.

Eine Bedrohung durch das Internet gehe nicht vom Staat aus, sondern durch Nutzer und Benutzer. „Es sind nicht nur die Fallen, in die wir, oft genug auch Kinder und Jugendliche, treten, sondern auch die Dinge, die wir von uns preisgeben.“ Der Kriminalbeamte gab einen Überblick über die häufigsten Maschen der Betrüger, wie etwa Dreiecksbetrug, Darknet oder das Ausspionieren über den Fernseher. Lug und Trug seien kaum Grenzen gesetzt. Um so wichtiger sei es, den jungen Leuten klar zu machen: „So wenig wie möglich preisgeben.“ Die Hauptverantwortung liege bei den Eltern. Hinter manch einer scheinbar freundlichen Anfrage oder Kontaktaufnahme verbergen sich alles andere als Menschen mit hehren Absichten.

Praktische Tipps

Heiner gab einige praktische Tipps, um Gefahren möglichst zu vermeiden: „Stellen Sie für den Umgang mit den Medien zeitliche und inhaltliche Regeln auf. Achten Sie auf deren Einhaltung. Ein Mediennutzungsvertrag könnte hier hilfreich sein. Sie selbst sind Vorbild im Umgang mit den Medien.“

Eltern könnten sich mit ihren Kindern gemeinsam mit der technischen Handhabung und Anwendung der Medien vertraut machen. Im Gespräch mit ihren Kindern könnten sie die sinnvolle Nutzung von Medien besprechen und auf mögliche Gefahren hinweisen. Und von denen gebe es, warnt Kriminaloberkommissar Axel Heiner eindringlich, mehr als genug.

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