Die Abstimmung war eine klare Sache. Wer soll neuer Ortsvorsteher in Zimmern werden? Alle Hände hoben sich für Andreas Fecker. Das war Anfang Juli.

Inzwischen ist Fecker vom Bisinger Gemeinderat bestätigt worden – und derzeit dabei, sich in die vielen Akten einzuarbeiten. Dafür hat er eigens eine Woche Urlaub genommen. Hauptberuflich ist der 49-Jährige als kaufmännischer Angestellter tätig.

Ansprechpartner für alle im Ort

Andreas Fecker geht seinen neuen Job pragmatisch an: Zimmern brauchte einen Ortsvorsteher, also macht er es. Vorgänger Karl-Heinz Bogenschütz hatte es partout nicht mehr übernehmen wollen. Für sein neues Amt wird Fecker einiges an Freizeit opfern müssen, das wird auch die Familie, Fecker ist verheiratet und hat einen Sohn, merken.

Ein Ortsvorsteher ist Ansprechpartner für alle Einwohner im Ort, Fecker hält das für eine äußert wichtige Aufgabe. Er selbst ist ein echter Zimmerner, dort aufgewachsen, war immer am Ortsgeschehen interessiert. Sein Vater Artur, vor Jahren verstorben, war einst Gemeinderechner in Zimmern, später, nach der Eingemeindung, Amtsbote in Bisingen.

Familien wollen bauen

Seit fünf Jahren ist Andreas Fecker schon Mitglied im Ortschaftsrat Zimmern. Es ist also kein harter Neuanfang für ihn, sondern ein ordentlicher Übergang. Drei große Punkte hat Zimmern für die nächsten fünf Jahre auf der Agenda: Platz zum Wohnen, Verbesserung des Ortsbildes, Räumlichkeiten für die Feuerwehr.

Was gewünscht wird, ist natürlich ein Neubaugebiet. „Aktuell steht genau noch ein Bauplatz zur Verfügung.“ Und den gibt’s nur, weil ein altes Haus an der Ortsdurchfahrt abgerissen wurde. Immerhin sind zwei Bereiche als sogenanntes Bauerwartungsgebiete vorgesehen: Rauchenberg, in Richtung Thanheim, und Bläling, in Richtung Wessingen. Kontakt mit den Eigentümern ist aufgenommen, „doch wir sind ganz am Anfang“. Wo das Neubaugebiet fehlt, bleibt nur die Nutzung freier – oder frei werdender – Flächen im Ort selbst. Die meisten aber sind in privater Hand. „Wir haben dringenden Bedarf“, sagt Fecker.

Etwas tun soll sich am Ortsbild. Die Gemeinde hat das alte Gebäude Zellerhornstraße 1 gekauft, dessen Abriss soll bei der Neugestaltung helfen. Die zwei großen Betonwände an der Durchfahrtsstraße in Richtung Bisingen sollen endlich etwas freundlicher gestaltet werden. Mitten im Ort ist Tempo 30 ausgewiesen. Eine Geschwindigkeitsanlage ist beantragt. Standorte könnten auf Höhe des Gasthofes „Adler“ oder bei der früheren Metzgerei sein.

Schreibmaschine Typ „Adler“

Und dann wäre da noch die Feuerwehr. Die Feuerwehren Wessingen und Zimmern wollen sich zusammenschließen. Es wird seit längerem schon gemeinsam geprobt. Ziel ist: eine gemeinsame Abteilung. Dafür wird es Räumlichkeiten brauchen.

Daneben gibt es vieles mehr: Wo könnte zum Beispiel ein Schuppengebiet hin, ohne große Erschließungskosten zu verursachen? Gebäude müssen instand gehalten werden, gleiches gilt für die Friedhofstreppe. Der Sitzungssaal ließe sich sicherlich moderner gestalten. Da steht tatsächlich noch eine alte mechanische Schreibmaschine, Typ „Adler“, drin. Doch es wird: Die Gemeinde hat Fecker – wie seine Kollegen in Wessingen und Thanheim – mit einem Notebook ausgestattet.

Einen Termin für seine wöchentliche Sprechstunde muss  Fecker noch festlegen. Wichtig ist ihm: „Es muss im Ort einfach gewährleistet sein, dass jeder mit seinem Anliegen kommen kann und gehört wird.“

Info Der erste Sitzungstermin des Ort­schaftsrates Zimmern steht fest: Am 9. September wird ein Ortsrundgang unternommen.

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Einwohner hat Zimmern, es ist der kleinste der Bisinger Ortsteile. Prominentestes Gebäude auf der Gemarkung und weithin sichtbar: die Burg Hohenzollern.