Bisingen Närrischer Wettstreit um Klinikstandort

Bisingen / Stephanie Apelt 08.02.2018
Beim Rathaussturm in Bisingen ging’s um den Wettstreit um den besten Klinikstandort und eine magische Einwohnermarke.

Mit den Nichthuldigern ist eben immer zu rechnen, da sollten sich die Nachbarn besser vorsehen. Mit närrischem Getöse und flotten Sprüchen begann am Donnerstag in Bisingen die heiße Phase der Fasnet. Der Schultes wurde abgesetzt, die Narren übernahmen das Regiment.

Der Schmotzige gehört seit eh und je ganz den Narren. Die Nichthuldiger und Kirchamäus waren schon früh auf den Beinen, befreiten Kindergärten und Schulen, reisten noch schnell in die Kreisstadt Balingen, um sich den Landrat vorzunehmen, um schließlich, glücklich zurück im Kirchspiel, gen Rathaus vorzurücken. Rainer Hölle übernahm es, Bürgermeister Roman Waizenegger den Huldigungsstempel auf die Stirn zu drücken. Wenn es weiter so gut liefe, sei dieser ja bald „Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Bisingen“.

Roman Waizenegger erklärte gut gelaunt, wie er das denn zu erreichen gedenke. Wenn der Kreistag es nun schon ablehne, den besten aller möglichen Standorte für ein mögliches Zentralklinikum, natürlich den Bisinger, anzunehmen, bauen die Bisinger eben selbst ein Klinikum. Wer’s nicht glaubt... Sind im Rathaus nicht gerade Umbauarbeiten im Gange? Klar, das wird der Kreißsaal. Waizenegger frohlockt: „In den Ausweisen wird dann künftig stehen, Geburtsort Bisingen – ihr werd’s schon sehen.“ So wachse Bisingen schnell und rasant, das Ziel Stadt sei ja bekannt. „Wir steigen auf zur wahren Zollerstadt, dann sind die Hechinger so was von platt.“

Derart ehrgeizige Ziele vor Augen, mussten sich die Narren erst einmal stärken.  Rainer Hölle durfte im Rollstuhl Platz nehmen, Pfleger Holger Maier (sonst eher fürs Bauamt zuständig) legte die Infusion, Oberarzt Roman Waizenegger schob – Richtung „Rose“. „Ist auch die Gemeindekasse ziemlich leer, ein paar Getränke gibt sie allemal noch her“, winkte der abgesetzte Schultes fröhlich in die Runde. Aschermittwoch ist schließlich bald genug.

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