Das Loch ist tief, die Baustelle groß. Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger sieht es mit Wohlgefallen: „Wir sind froh, dass da etwas geht.“ Das Gebäude in der Heidelbergstraße 3 ist abgerissen, Neues soll hier entstehen.

2015 hatte die Gemeinde beziehungsweise der Gemeinderat überlegt, das Haus selbst zu kaufen. „Wir haben es uns sogar angeschaut. Doch für uns wäre es unwirtschaftlich gewesen“, so Waizenegger. Inzwischen ist die Onstmettinger Bank mit dem Eigentümer einig geworden. Es wird emsig gebaggert.

Die Onstmettinger Bank hat als kleine genossenschaftliche Raiffeisenbank mit Geschäftssitz in Albstadt-Onstmettingen (rund 4900 Einwohner) auch außerhalb Onstmettingen in den vergangenen Jahren zwischenzeitlich viele der mittlerweile über 6000 Kunden gewinnen können. Davon auch etliche in Bisingen.

Als alternative Geschäftsmodelle zum Zinsgeschäft erwirtschaftet die Onstmettinger Bank Erträge durch Vermietung von Wohn- und Gewerbeeinheiten und betreibt nebenbei auch noch einen Kärcher Cleanpark in Onstmettingen.

„Wir haben ursprünglich in Onstmettingen nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten gesucht, hier sind wir jedoch bisher noch nicht fündig geworden“, sagt Armin Schmid, Vorstand Onstmettinger Bank.

Aufgrund der „optimalen Verkehrsanbindung und interessanter Lage“ – Ärzte, Metzger, Bäcker, Supermarkt, Bahnhof, Bushaltestelle oder Bank finden sich hier – habe die Onstmettinger Bank im Juni 2016 das Wohn- und Geschäftshaus Heidelbergstraße 5 am Kreisel in Bisingen erworben.

Dort sind inzwischen elf vermietete Wohnungen in der Größe von 45 bis 90 Quadratmetern zuzüglich einer Gewerbeeinheit vermietet.

Fertig noch dieses Jahr

Schmid: „Zum Zeitpunkt des Erwerbs war das 1. und 2. Obergeschoss gewerblich genutzt. Im 2 Obergeschoss waren ein Friseur und ein(e) Büro/Arztpraxis untergebracht. Dieser Gebäudeteil wurde im Jahr 2018 in drei Wohnungen mit je rund 90 Quadratmetern umgebaut und an Privatpersonen vermietet.“

Ebenfalls wurde dann das Nebengrundstück erworben und das dortige Gebäude abgerissen. Auf diesem Grundstück, Heidelbergstraße 3, entsteht nun ein neues Gebäude.

Nach über einjähriger Planung und Genehmigungsphase ist der Spatenstich erfolgt. „Hier errichten wir vier barrierefreie Wohnungen mit Tiefgarage und Aufzug. Teilweise können wir das alte Gebäude an den Aufzug mit anbinden.“ Die vier neuen Drei-Zimmer-Wohnungen mit Einbauküche haben eine Größe von 82 bis 105 Quadratmetern und werden zu einer ortsüblichen Miete für Neubauten in Bisingen vermietet.

Schmid geht davon aus, dass mit der Fertigstellung im Spätsommer/Herbst 2019 zu rechnen ist. Das gesamte Investitionsvolumen beider Häuser einschließlich Neubau, Umbau beziehungsweise Renovierung wird bei gut 2,5 Millionen Euro liegen.

Wichtig zudem für Schmid: „Der Bau erfolgt unter Einbindung örtlicher Handwerksbetriebe beziehungsweise Firmenkunden der Onstmettinger Bank aus dem nahen Umkreis.“

Moderner Baukörper

Für Bisingens Bürgermeister ist es „ein sehr gutes Projekt.“ Es schaffe nicht nur dringend benötigten Wohnraum, sondern stärke auch die Durchfahrtsstraße. Ein moderner Baukörper macht sich immer gut. Die Nachfrage nach Wohnraum in Bisingen ist groß. Gerade Zweieinhalb- bis Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen sind begehrt. „Allein in den vergangenen vier Jahren (2014 bis 2018) gab es in Bisingen 100 Prozent mehr Wohnungsanmeldungen als in den vier Jahren davor, bei den Eigenheimen waren es 50 Prozent mehr“, sagt Waizenegger.

Doch es wird noch mehr benötigt. Bevor ein Mehrfamilienhaus überhaupt fertig ist, sind die Wohnungen darin in der Regel schon weg. Da geht viel, so zeigt die Erfahrung, unter der Hand.

Für Waizenegger ist klar: Gerade auch bei der Entwicklung des Maute-Areals, momentan noch 1,6 Hektar Brachfläche in der Bisinger Ortsmitte, „werden wir uns dem Thema Wohnen widmen müssen“.