Bisingen Mit flotten Tönen schön in Schwung bleiben

Bisingen / Stephanie Apelt 15.08.2018
Wer möchte mitspielen? Das Kreisverbands-Seniorenorchester probt alle 14 Tage in Bisingen.

Sie spielen den „Böhmischen Traum“ und den „Bozener Bergsteigermarsch“, sorgen für gute Laune und reichlich musikalischen Schwung und machen sowohl sich als auch ihrem Publikum damit eine Freude. Seit fast zehn Jahren, Gründungsjahr war 2009, gibt es das KreisVerbandsSeniorenOrchester des Zollern­albkreises. Und weil der Name doch etwas sperrig ist, heißt es einfach: KVSO.

Gut 30 Musiker haben sich hier zusammengefunden. Und sie kommen tatsächlich aus dem gesamten Kreisgebiet: vom Killertal bis nach Schömberg und Meßstetten. Nur aus den drei großen Städten Hechingen, Balingen und Albstadt, aus den dortigen Kernen, ist momentan niemand dabei. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn Verstärkung wird immer gesucht.

Doch ab wann ist man/frau „reif“ für das Seniorenorchester? „Sagen wir mal: ab 50“, meint Hermann Lohmüller, er selbst kommt aus Bittelbronn und ist Ansprechpartner für alle, die sich für das KVSO interessieren. „Wobei die Grenze flexibel ist, es auch nichts dagegen spricht, einen 45-Jährigen aufzunehmen.“ Der ist dann halt Jungsenior.

Vielleicht ist es genau das, was den Charme des KVSO ausmacht: Es wird alles nicht so strikt gehandhabt. Die Freude an der Musik und der Geselligkeit steht klar im Vordergrund. Alle 14 Tage wird geprobt. Und weil es so schön in der Mitte liegt, hat sich das Orchester dafür das Heim des Musikvereins Bisingen ausgesucht. Klar ist auch: „Nach der Probe geht man ja nicht gleich auseinander.“

Gesucht wird: 50 +

Das KVSO richtet sich an alle, die einfach mal wieder (mehr) Musik machen wollen. Es gibt schließlich viele, die, als sie jünger waren, in einem Musikverein gespielt haben, mit dem Einstieg ins Berufs- und Familienleben dann aber keine Zeit mehr dazu fanden. So wie Hermann Lohmüller: Auch er hatte 15 Jahre Pause gemacht. Und wirbt: „Man muss kein super Musiker sein, sondern einfach Freude an der Musik haben.“ Im Repertoire finden sich Märsche, Polkas, Walzer und Potpourris. Dirigent ist seit Anfang des Jahres Joachim Bock. Er trat die Nachfolge von Heinz Silbernagel an, der Ende 2017 aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock niedergelegt hatte. Bock, viele Jahre aktiv im Musikverein Meßstetten, hat etwa 300 Arrangements und 40 eigene Kompositionen geschrieben. Bocks „Hirschen-Sepp Polka“ steht auf der Homepage des Blasmusik-Kreisverbandes Zollernalb zum Anhören bereit!

Fünf oder sechs Auftritte hat das KVSO im Jahr, mehr sollen es gar nicht sein. Unlängst erst spielte das Orchester im Schiefer-Erlebnispark in Dormettingen. In knapp zwei Wochen, am 26. August, geht es ins Fünf-Sterne-Hotel „Dollenberg“ in Bad Peterstal-Griesbach. „Da konzertieren wir in einem richtigen Amphitheater“, freut sich Lohmüller. Da kommt dann übrigens der treue Fanclub aus Boll mit.

Mit Fanclub aus Boll

Gerne denken die Musiker auch an das Deutsche Orchestertreffen 60 +, das 2013 im bayerischen Bad Kissingen, stattfand, zurück. „Da kamen 600 Musiker und 400 Sänger zusammen“, erinnert sich Hermann Lohmüller. „Das war schon ein tolles Erlebnis.“ Viele andere sollen noch hinzu kommen.

Info Wer beim KVSO mitspielen möchte, kann sich gerne an Hermann Lohmüller wenden, Telefon 07474/1066.

65

Jahre ist der Altersdurchschnitt im Orchester. Das jüngste Mitglied ist 45, das älteste 85. Drei Frauen spielen mit; früher waren die Musiker eben meist Männer.

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