Kunst und Handgemachtes, garniert mit Musik, das gibt es am 11. und 12. November in Steinhofen. Sabrina und Philipp Langenbach öffnen die alte Schreinerei in die Marienburger Straße. Weit weg vom kommerziellen Gedanken soll hier Künstlern eine Plattform geboten werden.

Gerade die älteren Steinhofener werden sich sicherlich noch an die gut gehende Schreinerei von Walter Fecker erinnern. Jahrzehnte lief das Geschäft. Heute ist die alte Schreinerei ein Privathaus, die Familie Langenbach wohnt oben drüber. Bevor allerdings der Novembermarkt seine Tore öffnet, wird erst einmal die Sanierung der früheren Schreinereiräumlichkeiten in Angriff genommen; zumindest einmal der Anfang gemacht. So verschwindet der Holzboden, und eine Betonplatte wird in den nächsten Wochen eingebracht. Später soll ein Eichenholzboden den alten Charakter der Schreinerei wieder geben, sagt Sabrina Langenbach.

Der Gedanke einer Ausstellung kam ihr, als eine befreundete Goldschmiedin in der früheren Schreinerei ihre Schmuckwaren zeigen wollte. Schnell wurden weitere Freunde, Verwandte und Bekannte gefragt, die vielleicht  mitmachen möchten. 25 Hobbykünstler aus der ganzen Region  stehen inzwischen auf der Anmeldeliste. Familie Langenbach will weder Standgebühr noch Eintrittsgeld nehmen. „Uns ist es wichtig, dass es hierbei nicht ums Geldverdienen geht, sondern darum, ein schönes Wochenende mit kreativen, freundlichen Menschen zu verbringen“, so Sabrina Langenbach. Vor einer Zusage zur Teilnahme sucht sie deshalb das persönliche Gespräch. So kann sie sich selbst überzeugen, ob die (Hobby-)Künstler und deren Objekte  in den Rahmen passen.

Die Angebotspalette des Steinhofener Novembermarktes ist breit gefächert: Sie reicht von Lammfellen, Strick- und Häkelwaren über Holzspielsachen, Liköre, Marmeladen und Honig bis hin zu Schmuck, Sonnenuhren,  Lederwaren und Bildern.

Damit der Novembermarkt ein entspanntes Ereignis wird, ist an beiden Tagen für Kinderbetreuung gesorgt.

Bewirtet wird mit Glühmost oder -wein, für die jungen Gäste gibt es Kinderpunsch, Würstle und Weckle, Schmalzbrot und Waffeln sollen den Hunger stillen.

Im Außenbereich zeigt  Schmied Wolfgang Brunner alte Handwerkskunst. Wer möchte,  kann selbst den Hammer am Amboss schwingen. Ein Flohmarkt ergänzt den Künstlermarkt.

Und auch an Musik soll es nicht fehlen. Am Samstag, 11. November, ab 20 Uhr spielt die Band „Hemo & the other“. Die vier Vollblutmusiker – Hemo am Bass, Daniel an der Gitarre, Clemens an der Cajon und Schnuck am Schifferklavier – setzen ganz auf schwäbischen Rock, Blues und Pop.

Schwäbische Invasoren

Seit der Gründung 2008 im tiefsten Schwabenland brachten zunächst Daniel und Hemo abwechslungsreiche und unterhaltsame Musik in die Wohnzimmer des Ländles. In unregelmäßigen Abständen wurden sie damals schon von Clemens unterstützt. 2012 zogen Hemo und Daniel nach Hamburg und wurden schon bald von Schnuck mit seinem heftigen norddeutschen Einschlag ergänzt. So entstand ein eigener Mix, eine Verbindung von Nord und Süd, der die Ohren und zugleich das Gemüt erfreuen lässt. Clemens – mittlerweile in Nürnberg ansässig – vervollständigt die Band bei allen Studioaufnahmen, auf Tour und bei den Gigs südlich der Elbe. Ist das Bandkonto voll, wird er auch mal nach Hamburg eingeflogen, um den Nummern mit seinem unbestechlichen Rhythmusgefühl den letzten Schliff einzuhämmern.

Hauptsächlich werden Eigenkompositionen gespielt, mal im breitesten Schwäbisch, mal im plattesten Norddeutsch. Ergänzt wird das Repertoire durch zeitlose Klassiker der Musikgeschichte und die ein oder andere Albernheit. Die Texte handeln von Kampfkänguruhs, Schwarzwurstrittern, Seebären, schwäbischen Invasoren und ganz alltäglichen Problemen. Schnaps scheint hierbei eine Lösung für fast alles.

Eine rein musikalische Beschreibung fällt ob der dargebotenen Vielfältigkeit schwer, zusammengehalten wird ohnehin alles durch den wahnwitzigen und eigentümlichen Humor der Band. Die Jungs sind sich dabei nicht zu schade, sich selbst aufs Korn zu nehmen. So wird dafür gesorgt, dass das Publikum nach dem Konzert ein breites Grinsen auf dem Gesicht und eine Ladung Bier im Bauch hat.  Frisch auf dem Markt ist ihre CD „Wir Kinder vom Bahnhof Durlesbach“. Auch hier ist der Eintritt kostenlos, es wird lediglich um eine Hutgage gebeten.

Info Der Novembermarkt in der „Alten Schreinerei“ in Steinhofen, Marienburger Straße 56, ist am Samstag, 11. November, ab 14 Uhr und am Sonntag, 12. November, ab 11 Uhr geöffnet.

Zur Person: Von Gruol nach Steinhofen


Sabrina Langenbach stammt aus Gruol und ist Lehrerin am Gymnasium; ihr Ehemann Philipp aus Tuttlingen ist Chemiker. Sie haben drei Kinder, Siklas (vier Jahre alt), Matthis (zwei Jahre alt) und Dante (gerade mal ein Jahr alt).

Die Familie wohnt seit vier Jahren in  Steinhofen und veranstaltet hin und wieder Konzerte – oder eben nun den Novembermarkt.

Nähere Informationen unter Telefon 0160/4488681 oder www.alte-schreinerei.jimdo.com.