Es war an der Zeit: Die Gemeinde Grosselfingen ist derzeit dabei, die Grundschule energetisch zu sanieren und im Bereich des neuen Schulrestaurants zu erweitern. In diesem Zuge werden auch einige Umbau- und Sanierungsarbeiten im gesamten Gebäude vorgenommen. Die Grundschüler werden derweil in „fliegenden Klassenzimmern“, in als Klassenzimmer eingerichteten Container, unterrichtet.

Doch wie sieht es mit dem Kostenplan aus? Liegen die Zahlen noch im grünen Bereich? Vom Ingenieurbüro Mauthe, Balingen, gab es in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend eine Kostenaufstellung.

Es wird teurer. Das liegt zum einen daran, dass manch böse Überraschung dazu kam. Beispiel Dachsanierung. Denn leider stellte sich heraus: Die komplette untere Dämmschicht ist feucht, sie muss ausgetauscht werden. Um das aber zu tun, muss das Dach runter. Dann wird die Dämmung ausgetauscht, das Dach kommt wieder drauf. Was natürlich die Kosten erhöht.

Schulsanierung wird teurer

Zu anderen profitieren die Handwerksbetriebe von der anhaltend guten Konjunktur. Die Nachfrage nach Handwerkern ist groß, der Zuschlag, so die Fachvertreter, dürfte bei bis zu 20 Prozent liegen. Im Büro Mauthe wurde es durchgerechnet: Gut 65 Prozent der Arbeiten sind inzwischen vergeben, im Prinzip die ganze äußere Hülle. Von 1,43 Millionen Euro (brutto) waren die Ingenieure dafür ausgegangen. Die tatsächlichen Kosten liegen bei 1,77 Millionen Euro. „Wir können ja nicht das ganze Projekt auf Eis legen und abwarten“, meinte Bürgermeister Franz Josef Möller.

Gerechnet werden muss auch, wenn es um den Grosselfinger Kindergarten geht. Erzieherinnen und Eltern drängen darauf, dass die Kleinsten, die Einjährigen, einen neuen Spielbereich im Garten bekommen. Der Kindergarten nimmt Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr auf. Und der Bedarf, das wurde in der Sitzung deutlich, wächst. Jennifer Pflumm, für die Bürger für Grosselfingen neu im Gemeinderat, schilderte den Ratskollegen die Nöte.

Der Platz, auf dem die Kleinen spielen, wurde einst für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren angelegt: mit viel Kies. Doch während die Zwei- und Dreijährigen auf festen Beinchen stehen, ist es für Kleinstkinder mit ihrem unsicheren Gang alles andere als einfach, über den Kies zu laufen. Außerdem nehmen die Kleinen, es muss ja alles ausprobiert werden, die Steine gerne mal in den Mund, stecken sie in Nase und Ohr. Das ist alles viel zu gefährlich.

Die Lösung aus Sicht der Erzieherinnen: Der bisherige Bereich für die Kleinkinder soll bestehen bleiben und von der altersgemischten Gruppe genutzt werden. Für die Ein- bis Dreijährigen soll es einen neuen, naturnahen Bereich geben.

Einziger Nachteil: Die Kleinkinder müssten einen weiteren Weg bis zum Spielbereich in Kauf nehmen. Doch den Kies vom alten Platz zu nehmen, wäre viel zu teuer.

Und noch ein Anliegen haben die Erzieherinnen. Bei der Entrümpelung des Kindergartens im Winter wurde eine Werkbank gefunden, die jetzt wieder genutzt werden soll. Doch im Kindergartengebäude ist kein Platz dafür, im Garten gibt es keinen geeigneten, sprich geschützten, Bereich. Ein Gartenhaus wäre also prima.

Die Erzieherinnen und Eltern wollen bei beiden Projekten, Kleinstkindbereich und Werkstatt, tatkräftig mit anpacken. Bürgermeister Möller lässt jetzt erst einmal die genauen Kosten erstellen. Im Prinzip steht der Gemeinderat den Vorhaben aber wohlwollend gegenüber.

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Kinder von einem bis sechs Jahren werden im Grosselfinger Kindergarten St. Josef betreut. Werden alle Puffer verwendet, wäre Platz für 84. Mehr aber geht nicht.