Bisingen Im Jahr 2025 tatsächlich Stadt?

Es gibt immer mehr Ältere: Bisingen bildet da keine Ausnahme.
Es gibt immer mehr Ältere: Bisingen bildet da keine Ausnahme. © Foto: Nestor Rizhniak /Shutterstock.com
Bisingen / Stephanie Apelt 07.04.2018
Die Bevölkerungszahl in Bisingen geht schön stetig nach oben. Deutlich macht sich die veränderte Altersstruktur bemerkbar.

Bürgermeister Roman Waizenegger freut’s. Die Einwohnerzahl steigt schön stetig. Scherzhaft hat Waizenegger bereits ins Spiel gebracht, dass, wenn es so weiter geht, Bisingen in ein paar Jahren durchaus Stadt werden könnte. Der Antrag kann in Baden-Württemberg ab 10 000 Einwohner gestellt werden – und wird in der Regel genehmigt. Hoch gerechnet könnte das im Jahr 2025 soweit sein. Wie hieß es beim Neujahrsempfang so schön: „Bisingen – die Zollerstadt“.

Genau 9465 Einwohner listet der aktuelle Verwaltungsbericht der Gemeinde für das vergangene Jahr auf: 5440 lebten in Bisingen-Kern, 1699 in Steinhofen, 976 in Thanheim, 802 in Wessingen und 548 in Zimmern.

Zum Vergleich: 2008 hatte Bisingen insgesamt 9234 Einwohner: 5272 in Bisingen-Kern, 1594 in Steinhofen, 960 in Thanheim, 826 in Wessingen und 582 in Zimmern.

Die Zeiten des Stillstands, als sich die Bevölkerungszahl kaum noch bewegte, sind damit vorbei.

Antrag ab 10 000 Einwohner

Interessant ist die sich verändernde Altersstruktur. Denn es gibt längst auch in Bisingen immer mehr ältere Menschen, immer weniger Kindern und junge Leute.

In den zurückliegenden Jahren hat sich der Anteil der Bisinger bis 25 Jahre und der über 65 Jahre grundlegend gewandelt. Nehmen wir einfach mal das Jahr 1961: Da waren fast 40 Prozent der Einwohner jünger als 25, der Prozentsatz der über 65-Jährigen lag bei knapp zehn Prozent. Und heute? Der Anteil der unter 25-Jährigen ist auf rund 24 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Älteren, der über 65-Jährigen, hat sich dagegen auf nahezu 20 Prozent fast verdoppelt. (Die aktuellen Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2016, Quelle ist das Statistische Landesamt.) 1961 hatte die Gemeinde Bisingen übrigens genau 5450 Einwohner.

Dabei tut die Gemeinde so einiges dafür, um gerade junge Familien zu halten beziehungsweise zu locken. Kräftig wird das Betreuungsangebot in den Kindertagesstätten ausgebaut. Gerade die Ganztagsplätze sind von berufstätigen Eltern zunehmend gefragt.

2021 läuft Werkrealschule aus

Für Millionen wird das komplette Bisinger Schulzentrum (mit seiner Grund- und Werkrealschule, seiner Realschule und seiner Astrid-Lindgren-Förderschule) saniert und ausgebaut. Der Schulstandort soll attraktiv bleiben, wichtig für Eltern, die sich nach einem Wohnort umschauen. Doch auch in der Schule zeigt sich: Weniger Kinder und Jugendliche heißt weniger Schüler. Besuchten vor 20 Jahren noch 945 Mädchen und Jungen das Bisinger Schulzentrum, so waren es 2017 mit 695 deutlich weniger.

Natürlich spielt hier ein anderer Trend mit eine Rolle: Mehr Grundschüler als früher wechseln heute ins Gymnasium. So wird die Bisinger Werkrealschule im Jahr 2021 mit dem letzten Jahrgang, der dann dort die Schulbank gedrückt hat, auslaufen – und aus der Bisinger Grund- und Werkrealschule dann eine reine Grundschule.

Jeder Zehnte hat ausländische Wurzeln

Zuzüge/Wegzüge Die einen kommen nach Bisingen, die anderen gehen. Zuzüge (483) und Wegzüge (464) halten sich fast die Waage.

Geschlechter Ein fast ausgeglichenes Verhältnis gibt es auch beim Anteil von Männern (4680) und Frauen (4785) an der Bisinger Bevölkerung.

Ausländeranteil Gut jeder zehnte Bisinger (977) gibt als Herkunftsland nicht Deutschland an. Die größte ausländische Gruppe stellt die Türkei (226), gefolgt von Kroatien/Bosnien/Serbien (164), Italien (131), Griechenland (44), sonstigen Europäer (250) und Sonstigen (162).

Alle Zahlen hier beziehen sich auf das Jahr 2017 (Stand 31. November). Quelle: Kommunales Informationsverarbeitungszentrum Reutlingen-Ulm.