Mit einem Festakt und einem Osterbaaar beging der Wessinger Waldorfkindergarten sein 30-jähriges Bestehen. Gefeiert wurde im und rund rund ums alte Schulhaus. Während der Festakt geladenen Gästen vorbehalten war, war zum Osterbasar die ganze Bevölkerung eingeladen. Parallel dazu gab es viele Informationen und reichlich Angebote zum Spielen und Basteln. Außerdem unterhielt Sigrid Maute mit Märchenerzählungen. Und während sich die Kinder im Garten vergnügten, konnten sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen austauschen.

Mit einem Umtrunk begann der Festakt am Samstag. Das Duo „Akusticer“ mit Marco Alt und Stefan Grüner aus Franken umrahmte die Feierlichkeit musikalisch. Die Leiterin des Waldorfkindergartens, Elisabeth Kaiser, empfing die Gäste mit Grußworten. Dann erinnerte sie an die Entstehung der Einrichtung; und bediente sich dabei der Geschichte vom Himmelskind, das zum Ehrenkind wurde.

Vor 30 Jahren traf sich wöchentlich eine Gruppe von Kindern und Müttern zum Spielen. Diese Elterninitiative verwirklichte ihren Wunsch auf einen eigenen Kindergarten nach der Waldorfpädagogik. Nach Gesprächen mit der politischen und der kirchlichen Gemeinde wurde im alten Schulhaus ein Raum zur Verfügung gestellt.

In den folgenden Jahren wuchsen sich die Anfänge zur Einrichtung des Waldorfkindergartens aus. Dabei galt es hin und wieder, auch Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Es sei sogar vorgekommen, dass der Kindergarten mal zahlungsunfähig war, doch die Eltern hätten ihm aus der Patsche geholfen. Sie selbst, so Elisabeth Kaiser, sei als damals 18-Jährige als Sozialpraktikantin nach Wessingen gekommen ohne zu ahnen, dass sie später, 2012, die Leitung übernehmen sollte. Zuletzt zitierte sie Rudolf Steiner: „Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft“.

Bürgermeister Roman Waizenegger freute sich in seinem Grußwort über die gelebte Gemeinschaft unter Kindern, Erziehern (Elisabeth Kaiser, Cornelia Dietmann und Markus Dekolt) und Eltern. Zu Beginn seiner Amtszeit habe er niemals gedacht, dass ihn in seinen Sprechstunden das Thema Kindergarten fast täglich beschäftigen sollte. Allein das zeige, welchen Stellenwert diese Einrichtungen haben. Denn dort würden die Kinder wohlbehütet und sorgsam auf das Leben vorbereitet. Die Gemeinde könne stolz darauf sein, neben den kommunalen Tageskinderstätten diesen Waldorfkindergarten zu haben.

Die Grüße des Ortschaftsrates und dessen Mitgliedern übermittelte Ortsvorsteher Joachim ­Breimesser. Das alte Schulhaus habe mit dem Einzug der Kinder eine schöne Renaissance erfahren.

Im Anschluss durfte die Elisabeth Kaiser die Glückwünsche und Geschenke der Waldorfeinrichtungen aus Balingen und Albstadt entgegennehmen, bevor im ansprechend schön dekorierten Vereinsheim des Heimatvereins ausgiebig gefeiert wurde. Eigens dafür stand ein Food-Truck zur Verfügung, aus dem leckeres ­Essen gereicht wurde. Dazu spielte weiter die Band „Akusticer“ auf.