Grosselfingen Hainburgschule startet Medienoffensive

Starkes Plädoyer für die Medienoffensive: Schulleiterin Kristina Staiger (links) und Schulnetzberater Helmut Hoffmann (rechts) referierten im Grosselfinger Gemeinderat.
Starkes Plädoyer für die Medienoffensive: Schulleiterin Kristina Staiger (links) und Schulnetzberater Helmut Hoffmann (rechts) referierten im Grosselfinger Gemeinderat. © Foto: Andrea Spatzal
Grosselfingen / Andrea Spatzal 08.06.2018
Den Schülern der Hainburgschule Grosselfingen soll mit einem maßgeschneiderten IT-Konzept die multimediale Welt eröffnet werden.

Weit über zwei Millionen Euro investiert Grosselfingen in die Sanierung der Hainburgschule. „Eine stabile, familiäre, tolle Schule“, stellte Schulleiterin Kristina Staiger fest, als sie am Mittwoch in der Gemeinderatssitzung die weiteren Planungen vorstellte. Die Schulleitung, das Lehrerkollegium, die Kinder und die Eltern seien dankbar für die bereits getätigten und noch geplanten Investitionen. In vielen Sitzungen sei eine Bedarfsliste erstellt worden. Dabei habe man jeden einzelnen Posten sorgfältig abgewogen, betonte die Schulleiterin. Es geht um weiteres Mobiliar und Ausstattungsgegenstände. Bei einem Rundgang durch das Schulgebäude noch vor den Ferien will sich der Gemeinderat die Bedarfsliste näher erläutern lassen.

Denn das Hauptthema am Mittwoch war die Medienoffensive, die die Grosselfinger Grundschule starten will. „Medienbildung steht im neuen Bildungsplan“, erläuterte Kristina Staiger. Und wir wollen da früh und innovativ dabei sein.“ Mit ihr war Schulnetzberater Helmut Hoffmann vom Staatlichen Schulamt Albstadt in die Sitzung gekommen. Er erklärte, was es braucht, um die Grosselfinger Grundschule fit zu machen für die multimediale, interaktive Welt. Dass Grundkenntnisse im Umgang mit PC, Internet & Co schon bei Grundschülern Sinn macht, verdeutlichte die Schulleiterin anhand mehrerer Beispiele. „Außerdem geht es mir um Bildungsgerechtigkeit,“ betonte sie. Nicht wenige Schüler hätten zuhause weder PC noch Drucker zur Verfügung.

Ausführlich vorgestellt wurde dem Gemeinderat dann ein IT-Konzept namens paedML, das passgenau auf die Anforderungen von Grundschulen zugeschnitten ist. Hinter dem Konzept, das 2004 entwickelt wurde und landesweit bereits in rund 2500 Schulen angewandt wird, steht das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Erste Voraussetzung für die Einführung von paedML ist laut Helmut Hoffmann eine „strukturierte Verkabelung“ im Gebäude. Im zweiten Schritt geht es um die Ausstattung mit Hardware, wozu ein leistungsfähiger Server, ein Drucker sowie Laptops für alle Klassenzimmer und Lernateliers und gegebenenfalls White- oder Smartboards zählen. Die Schule wünsche sich sechs Laptops pro Klasse, also 24 Stück. Die mit der Schulsanierung beauftragte Architektin Bettina Buk vom Ingenieurbüro Mauthe ließ den Gemeinderat wissen, dass die IT-Verkabelung bereits in den Baukosten einkalkuliert sei.

Was die Hardware-Ausstattung kostet, kann noch nicht genau beziffert werden, aber man geht, inklusive Installation, von einer mittleren fünfstelligen Summe  aus. „Angesichts der Summe, die wir in die Sanierung des Schulgebäudes stecken, ein kleiner Betrag“, merkte Bürgermeister Franz Josef Möller an. Sowohl bei der Kostenkalkulation als auch bei der Ausschreibung, bei der auf viele Details geachtet werden müsse, sicherte der Schulnetzbeauftragte der Gemeinde Unterstützung zu. Auch die vielen Vorteile der vorkonfigurierten Netzwerklösung paedML erläuterte Helmut Hoffmann ausführlich. Der Bezugspreis betrage 375 Euro jährlich. Dem Konzept liege eine „pädagogische Musterlösung“ zugrunde mit einer Rechneroberfläche in Windows, integriertem Jugendschutzfilter und einer Grundschulkonsole mit einfacher Funktionalität. „Das System wurde über Jahre dem Schulalltag angepasst“, so Hoffmann. Viel kindgerechte Software sei bereits vorinstalliert, das Landesmedienzentrum biete vielfältige Unterstützung an.

Auch medienpädagogische Beratung und Erfahrungsaustausch mit der Referenzschule in Lautlingen seien gewährleistet. Mit den hervorragenden räumlichen Gegebenheiten und der Umsetzung des Medienentwicklungsplanes sei Grosselfingen auf dem Weg zur „Vorzeigeschule“, stellte Hoffmann in Aussicht.

Anwendbar ist paedML übrigens ab einer Übertragungsrate von 8 Mbit. Da sei es höchste Zeit, dass in Grosselfingen endlich das schnellere Internet zur Verfügung stehe, merkte Gemeinderat Lothar Sulzer an. Er forderte auch, dass die Verkabelung in der Schule sehr großzügig dimensioniert wird, damit man nicht gleich wieder nachrüsten muss.

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