Bisingen Gemeinsames Singen überwindet alle Grenzen

Bisingen / KLAUS STIFEL 12.07.2014
Gäste aus Afrika hat der Gospelchor Bisingen willkommen heißen dürfen. Der Chor Vox Zambezi aus Sambia befindet sich derzeit auf Deutschland-Tournee und machte in der Christuskirche Station.

Pünktlich um 19 Uhr trafen die neun afrikanischen Sängerinnen und Sänger im evangelischen Gemeindehaus ein. Dort wurden sie vom Dirigenten des Bisinger Gospelchors, Jörg Sommer, willkommen geheißen. "Wir freuen uns, dass sie da sind, wir haben gemeinsame Sympathien", sagte er.

Die afrikanische Gospelgruppe ist derzeit auf Deutschland-Tournee und kam direkt vom Allgäu ins Kirchspiel. Einer Terminüberschneidung mit einem Auftritt im Gymnasium Balingen ist es zu verdanken, dass der Gymnasial-Schulmusiklehrer Jörg Sommer die Gospelgruppe nach Bisingen umlotste. Mit einem stürmischen Applaus wurden die neuapostolischen Christen aus dem südöstlichen Afrika empfangen, die 2006 einen gemischten Chor gründeten. Auftritte in Oberstaufen, Lindau, Isny und der Schweiz brachten sie in den vergangenen Tagen und Wochen erfolgreich hinter sich.

Die Zeit vor dem großen Auftritt in der evangelischen Christuskirche wurde intensiv für einen Workshop genutzt. Chorleiter Jörg Sommer hatte zudem noch Sängerinnen aus befreundeten Gospelchören aus der Region zum Einstudieren und Kennenlernen von afrikanischen Liedern eingeladen. Der Funke sprang sofort über. Die Gäste vom schwarzen Kontinent mischten sich unter die Bisinger Sängerschar, gemeinsam sang man dann die spirituell angehauchten Lieder. Nebenbei erlernte man aus erster Hand auch die afrikanischen Gesangstechniken und -traditionen. "Das war sehr beachtenswert und ich muss feststellen, dass sich die afrikanischen Songs überraschenderweise einfach singen lassen", lobte eine Bisingerin die gemeinschaftliche 90-minütige Singstunde. Das Geübte wird das Repertoire bereichern. Anschließend formierte sich der A-cappella-Chor "Zambezi" aus Sambia in der Bisinger Christuskirche, die fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Betreuer Theo Bross ging zu Beginn kurz auf die noch junge Geschichte des afrikanischen Chors ein. Wie zu hören war, verfügen die neun Sänger, darunter auch ein Engländer, über keine spezielle Gesangs- und Musikausbildung, denn das Singen nehme in Afrika einen hohen Stellenwert ein und gehöre mit zum Tagesablauf. Der Chor ist bereits zum zweiten Mal auf Initiative des Pegasos-Ensembles und des Goethe-Institutes zu Besuch in Deutschland.

Zu hören waren traditionelle Lieder aus dem südlichen Afrika wie auch amerikanische Gospels und europäische Madrigale. In der Aufführung des alten Passionsliedes "In stiller Nacht", komponiert von Johannes Brahms mit einer Textvorlage von Friedrich Spree, sowie im "Lob des Frühlings" brachte der Chor auch deutsches Liedgut zu Gehör. Als dann noch die rhythmischen Bewegungen dazu kamen, war das Lächeln auf den Lippen der Zuhörer nicht mehr zu übersehen. Die nächsten Tage wird der Chor in Stuttgart und Österreich verbringen.